Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.07.2019


Fußball

Arbeitslose Kicker: Liga-Aufstockung sorgt für leichte Entspannung

Das Camp der österreichischen Spielergewerkschaft (VdF) wirft im Sommer immer die Schattenseiten des Fußball-Profilebens auf.

Gernot Zirngast (VDF), Christian Ebenbauer (Bundesliga) und Oliver Prudlo (VDF).

© GEPAGernot Zirngast (VDF), Christian Ebenbauer (Bundesliga) und Oliver Prudlo (VDF).



Von Alex Gruber

Innsbruck – Nach einem 3:4 gegen die Slowakei verlor die Auswahl der vereinslosen österreichischen Profis gestern beim Vierländerturnier im Spiel um Platz drei mit 1:2 gegen Ungarn. Es war der Abschluss jenes Sommertrainingslagers, das die Vereinigung der Fußballer um Ex-FC-Tirol-Profi Oliver Prudlo zum bereits sechsten Mal veranstaltet hat. Und die verbesserte Zusammenarbeit mit der Bundesliga wurde heuer u. a. in einer Ballspende sichtbar.

Das Bild, dass alle Fußballer Millionäre sind, ist ja laut Prudlo schon längst nicht mehr haltbar. Vor allem in heimischen Breitengraden. Die Aufstockung der ersten beiden Ligen auf 12 bzw. 16 Teams hat aber dafür gesorgt, dass es weniger arbeitslose Spieler gibt.

Sucht gegenwärtig einen neuen Klub: Okan Yilmaz.
Sucht gegenwärtig einen neuen Klub: Okan Yilmaz.
- VdF

Warum ein Routinier wie And­i Lukse – der Ex-Altach-Goalie spielte unter Marcel Koller sogar einmal im ÖFB-Team (2016 gegen die Slowakei) und wurde zweimal bei der Bruno-Gala zum Torhüter der Saison gewählt – keinen Klub findet, wissen nur Insider. „Der ein oder andere zockt auch ein bisschen“, weiß Prudlo aus langjähriger Erfahrung. Einer wie Roko Mislov – den lernten die Wackerianer in Liga zwei einst als Schlüsselspieler beim TSV Hartberg kennen – sucht auch einen neuen Verein.

Ex-Wacker-Profi Okan Yilmaz rückte heuer ebenso ins VdF-Camp ein wie der Ex-Wattener David Stoppacher. Gegenwärtig finden sich beide bei Probetrainings in der Türkei (Yilmaz) und Rumänien (Stoppachers Mutter kommt von dort) wieder.

Die VdF hat Erfolge gefeiert: Das Bruttogehalt im Kollektivvertrag für Profis wurde von 1100 sukzessive auf 1500 Euro erhöht. Bei einigen Zweitliga­klubs gehen einige Spieler nebenbei immer noch arbeiten. Unterhalb der Bundesliga ist man laut Prudlo mit Streitigkeiten zwischen Spielern und Verein (z. B. ausbleibende Zahlungen) „massiv beschäftigt“.