Letztes Update am Mo, 22.07.2019 11:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Langes-Swarovski greift mit WSG noch nicht nach den Sternen

Diana Langes-Swarovski ist nach Hartbergs Brigitte Annerl die zweite Präsidentin in der Bundesliga. Die Frauen-Karte will das Vereinsoberhaupt nicht als Trumpf spielen. Eine gesellschaftliche Vorbildwirkung sei aber nicht von der Hand zu weisen.

2013 war Präsidentin Diana Langes mit der Vision Bundesliga in Wattens angetreten. Dieser Traum wird am Samstag Realität.

© gepa2013 war Präsidentin Diana Langes mit der Vision Bundesliga in Wattens angetreten. Dieser Traum wird am Samstag Realität.



Wattens – Die WSG Tirol ist neu in der Bundesliga, ambitioniert und hat mit Swarovski einen glamourösen Hauptsponsor. „Deswegen fließen bei uns aber nicht Milch und Honig“, stellte Trainer Thomas Silberberger klar. Präsidentin Diana Langes-Swarovski will vorerst „verlässlich guten Fußball“ bieten, aber einst auch international reüssieren - und nicht auf ihr Frausein reduziert werden.

Die 47-jährige Unternehmerin aus der Tiroler Swarovski-Dynastie ist neben Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl die zweite weibliche Präsidentin in der Liga, im Vordergrund solle dieser Umstand aber nicht stehen. „Es ist im Sport vollkommen unerheblich, welchem Geschlecht man angehört, woher man kommt, welche Hautfarbe man hat oder welche Sprache man spricht. Im Sport geht es um Leistung, Kompetenz und Freude an der Sache“, stellte Langes-Swarovski klar.

„Tolles Signal, das anderen Mut macht“

Es komme eben nicht auf das Frausein an, meinte Langes-Swarovski, auch wenn Frauen „ein paar ganz besondere Eigenschaften mitbringen, etwa Sensibilität und Einfühlungsvermögen“. Und auch eine gesellschaftliche Vorbildwirkung sei nicht von der Hand zu weisen. „Wenn sich eine Frau in diesen Bereichen behauptet, dann ist das ein tolles Signal, das anderen Mut macht.“

Mut macht dem Club, den Langes-Swarovski 2013 von ihrem Vater Gernot übernahm, auch der Umstand, dass man durch den Abstieg von Wacker Innsbruck die Nummer eins in Tirol ist. Die Bedeutung von regionaler Identität spiegelt sich nicht zuletzt in der jüngsten Namensänderung von WSG Wattens auf WSG Swarovski Tirol. Dass damit auch Erinnerungen an die glorreichen Zeiten des FC Tirol wach werden, den Gernot Langes-Swarovski einst sponserte, ist durchaus erwünscht.

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Die erste Cup-Hürde in Treibach nahm die WSG Tirol um Stürmer Zlatko Dedic mit einem 2:1-Sieg.
Die erste Cup-Hürde in Treibach nahm die WSG Tirol um Stürmer Zlatko Dedic mit einem 2:1-Sieg.
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Der Abstieg von Wacker erleichtert Sponsorengespräche, machte es zudem möglich, dass mit Goalgetter Zlatko Dedic, Florian Rieder und Florian Buchacher gleich drei Innsbrucker zum Erzrivalen wechselten. Wattens ist fest entschlossen, kein Vakuum entstehen zu lassen. „Wacker ist schön öfters abgestiegen, da war keiner da. Aber jetzt ist jemand da“, betonte Silberberger, dessen Verein über ein Budget von rund sieben Millionen Euro verfügt.

Dass man just in der Aufstiegssaison ins Innsbrucker Tivoli übersiedeln muss, weil das nicht für die Bundesliga taugliche Gernot-Langes-Stadion vor umfassenden Sanierungsarbeiten steht, ist für Diana Langes-Swarovski verkraftbar. „Schmerzvoll ist das nicht - es ist eine Herausforderung, der wir uns mit viel Vorfreude stellen“, meinte sie. In puncto Kontinuität will sie sich jedenfalls treu bleiben. „Personell halte ich an den Menschen fest, die mein vollstes Vertrauen und meine Dankbarkeit über das Erreichte genießen“, erklärte Langes-Swarovski.

Kontinuität als Stärke

Das könnten auch gute Nachrichten für Silberberger und Sportdirektor Stefan Köck sein, die bereits seit Sommer 2013 bzw. 2014 an Bord sind - eine im Fußball lange, wenngleich im Wattener Fall sehr erfolgreiche Zeit, in der man von der Regionalliga bis ins Oberhaus vorstieß. Eine Entwicklung, die für Silberberger „eine große Stärke und ein Stück weit eine Philosophie der Familie und der Firma Swarovski“ sind.

Die Präsidentin sorgt als Aufsichtsratsmitglied jedenfalls dafür, dass der klingende Name auch in den Bundesliga-Gremien prominent vertreten ist. Den in Bälde freiwerdenden Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden habe sie derzeit aber nicht im Auge: „Im Moment gilt meine Konzentration dem, was unmittelbar vor uns liegt. Nach den Sternen greife ich noch nicht ...“ (APA)