Letztes Update am Do, 01.08.2019 09:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Griechenland

Knett in Griechenland: Urlaubsgefühle beim Kampf um die Nummer eins

Geburtstagskind Christoph Knett (29) denkt mit Wehmut an seine Zeit beim FC Wacker Innsbruck zurück. Sein Griechenland-Abenteuer bereitet ihm Freude.

Christoph Knett denkt mit Wehmut und Unverständnis an die Zeit beim FC Wacker Innsbruck zurück.

© gepaChristoph Knett denkt mit Wehmut und Unverständnis an die Zeit beim FC Wacker Innsbruck zurück.



Von Florian Madl

Agrinio – Knapp 100.000 Einwohner zählt das Städtchen Agrinio, seit wenigen Wochen die Wahlheimat des ehemaligen Wacker-Schlussmanns Christoph Knett. Der feiert heute seinen 29. Geburtstag, aber noch mehr freut ihn wohl, dass er sich mit Gattin Sonja und Sohn Louis (5) so gut in Westgriechenland eingelebt hat. „Für sie ist es wie Urlaub“, stellte der stimmstarke Wiener fest, für den es in drei Wochen bei Meister PAOK Saloniki losgeht. Das Ziel der Mannschaft lautet Top 6, also das Play-off der Super League. Und sein persönliches: Stammplatz.

„Die Qualität habe ich, außerdem wurde ich als Nummer eins geholt.“ Trainer Luís Castro hat die Qual der Wahl, denn mit dem 32-jährigen Dimitrios Kyriakidis hat Knett ein Panteolikos-Urgestein vor der Nase. „Das könnte in den ersten Runden für ihn sprechen, aber langfristig setze ich mich durch.“ Am Trainingseifer des reaktionsstarken Blondschopfs soll es nicht scheitern: Jeden Tag stählt er sich mit Gewichten, auch ein Ernährungsplan angesichts einer üppigen griechischen Küche bleibt ihm nicht erspart.

Erholsame Stunden mit Sohn Louis dürfen freilich nicht fehlen.
Erholsame Stunden mit Sohn Louis dürfen freilich nicht fehlen.
- Knett

Der klingendste Name in seinem mit 13 Legionären gespickten Team: Martial – allerdings Johan, der Bruder von Manchester-United-Star Anthony. 13 Legionäre stehen im Kader, Englisch ist die Umgangssprache. Informationen über den griechischen Fußball holte er sich zuletzt beim ehemaligen Atromitos-Trainer Damir Canadi (jetzt Nürnberg). Fazit: Viele gute Einzelspieler, aber taktisch gibt es Luft nach oben.

Der Unterstützung der Fans im Stadion Gipedo Panetolikou (5200 Plätze) darf sich Knett sicher sein – aber das war beim FC Wacker („meine Hochachtung vor den Fans“) nicht anders. Ein Schlagwort: Der Tiroler Publikumsliebling denkt mit Wehmut an eine schöne Zeit zurück, die mit dem Abstieg endete. „Einige Sachen, die dort abgelaufen sind, hab­e ich nicht verstanden. Wir sind mit einem Stürmer in die Rückrunde gestartet, das kann es doch nicht sein. Man hat keine Qualität geholt und dachte: ,Wir werden schon irgendwie oben bleiben.‘“

Auch die jüngsten Meldungen würden ihn verwundern: „Man spart beim Gehalt der Mitarbeiter und fordert von Spielern mit laufendem Vertrag Gehaltskürzungen. Das kann ich nicht nachvollziehen.“ Das neue Wacker-Team nötigt ihm indes Respekt ab: „Die Jungen machen ihre Sach­e gut, die Trainer erledigen ihren Job akribisch.“

Unter der Sonne Griechenlands stählt Knett seinen Körper.
Unter der Sonne Griechenlands stählt Knett seinen Körper.
- Knett