Letztes Update am Fr, 02.08.2019 11:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Vertrauenskodex der WSG Tirol stärkt echte Typen wie Hager

In Altach trifft die WSG Swarovski Tirol am Samstag (17 Uhr/live TT.com-Ticker) auf alte Bekannte, die belegen, dass man bei den Kristallstädtern reifen kann.

Austria-Angreifer Bright Edomwonyi war bei der WSG-Abwehr um Stefan Hager beim Bundesliga-Auftakt sehr gut aufgehoben.

© gepaAustria-Angreifer Bright Edomwonyi war bei der WSG-Abwehr um Stefan Hager beim Bundesliga-Auftakt sehr gut aufgehoben.



Von Alex Gruber

Wattens – Nach dem frühen verletzungsbedingten Ausfall von Ione Cabrera hat die WSG beim 3:1-Sieg gegen die Austria mit der Dreierkette Stefan Hager (24), Michael Svoboda (20) und David Gugganig (22) verteidigt. Mit drei jungen Spielern, die am selben Tag ihr Bundesliga-Debüt gefeiert haben. Das kommt in dieser Souveränität fast einem kleinen Wunder gleich. Man könnte auch den bekannten Werbe-Slogan „Vertrauen verpflichtet“ bedienen.

„Ich war schon sehr nervös vor dem Austria-Spiel. Andererseits habe ich mir auch gedacht, Serbest oder Grünwald haben auch einmal klein in der Bundesliga angefangen. Und warum sollen ein Hager, Gugganig oder Svoboda da nicht auch hineinwachsen?“, diktiert WSG-Sportmanager Stefan Köck, dessen Puls bei der Auftaktpartie im Minu­tentakt ruhiger wurde. „Man sieht, was Vertrauen ausmacht“, notiert Coach Thom-my Silberberger seit langer Zeit. „Im Fußball dreht sich vieles um das Selbstvertrauen.“

„Nur dürfen wir jetzt kein einziges Prozent nachlassen“, will Köck nach nur einem Spiel ganz sicher nicht vorschnell in der Menge baden: „Zum Auftakt haben wir jetzt mit ‚vermeintlichen‘ No-Names in der Bundesliga für Furore gesorgt. Aber wenn wir jetzt zweimal hintereinander verlieren, rufen viele gleich wieder nach einem Star“, kennt er die Mechanismen im Geschäft nur allzu gut.

Die Reise nach Altach wird nicht nur für Köck, der wie Cabrera oder Flo Mader selbst dort spielte, zu einer in die Vergangenheit. Mit Christian Gebauer und Florian Jamnig trifft man auf zwei pfeilschnelle Ex-Spieler, die von der Union (Jamnig) und Reichenau (Gebauer) gekommen sind und denen über die Vertrauensbasis im Gernot-Langes-Stadion ein weiterer Karrieresprung gelang. Mit Jamnig hat Köck nach dem tragischen Ableben von Robert Auer in der WSG-Geschäftsstelle sogar Seite an Seite am Bürotisch gearbeitet. Hochgedient haben sich beide und die WSG bastelt in dieser Spielzeit daran, dass weitere Aktien explodieren. Dazu dient der kommende Gegner für Köck auch als Vorbild: „Altach ist als Verein in vielerlei Hinsicht gesund gewachsen. Mit hochseriösen Leuten, die auch immer eine gewisse Ruhe bewahrt haben.“

Ruhe versprüht auch Stefan Hager, der via Bayern-Nachwuchs und Zweitligist Wiener Neustadt den Weg zurück nach Tirol und in Liga eins fand. Den coolen Aufritt gegen die Austria kommentiert der Zirler so trocken, wie er gespielt hat: „Wir haben ja alle schon ein paar Zweitliga-Partien in den Füßen und in der Vorbereitung gegen Bremen und St. Pauli Selbstvertrauen getankt.“

Vor der heutigen Abfahrt nach St. Pölten weiß aber auch der Innenverteidiger: „Fußball ist ein Tagesgeschäft. Wir haben uns nach dem Austria-Match ein, zwei Tage freuen dürfen, jetzt ist das aber schon wieder Geschichte und wir müssen die Kirche im Dorf lassen.“ Dass die sportliche Leitung und das homogene WSG-Umfeld Kraft spenden, bejaht auch Hager: „Und wenn man Vertrauen bekommt, dann will man es ja zurückzahlen.“