Letztes Update am Sa, 03.08.2019 19:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

WSG Tirol kassierte in Altach die erste Saison-Niederlage

Trotz zweimaliger Führung konnten die Kristallkicker nichts Zählbares aus dem Ländle mitnehmen.

Lukas Grgic (2.v.r.) und David Gugganig (r.) konnten die WSG-Niederlage in Altach nicht verhindern.

© gepaLukas Grgic (2.v.r.) und David Gugganig (r.) konnten die WSG-Niederlage in Altach nicht verhindern.



Altach — Nach der gelungenen Bundesliga-Premiere vergangene Woche gegen die Wiener Austria (3:1) kassierte die WSG Swarovski Tirol beim ersten Auftritt in der Fremde in Altach eine 2:3 (2:2)-Niederlage.

Die Kristallkicker gingen im Schnabelholz druch Zlatko Dedic (1.) und Stefan Hager (32.) zwei Mal in Führung, doch die Altach Manfred Fischer (30.) und Mergim Berisha (41.) konnten den Rückstand egalisierten. Das Siegestor der Vorarlberger gelang Jan Zwischenbrugger in der 75. Minute.

Dabei hatte die Partie ganz nach dem Geschmack der Tiroler begonnen. Nach einem weiten Abschlag von Goalie Ferdinand Oswald schloss Dedic - von Zwischenbrugger zu zögerlich attackiert - aus rund 35 Metern ab und traf nach 36 Sekunden genau ins lange Eck.

Daraufhin zogen sich die Wattener tief in ihre eigene Hälfte zurück und überließen den Altachern die Initiative. Allerdings präsentierten sich die Hausherren zunächst ideenlos, Schüsse von Mergim Berisha über das Tor (5.) und von Fischer genau in Oswalds Arme (27.) blieben vorerst die einzige Ausbeute.

Mit ihrem ersten wirklich gelungen Angriff stellten die Rheindörfler auf 1:1. Berisha verlängerte eine Flanke von Samuel Oum Gouet per Kopf zu Christian Gebauer, dessen Hereingabe köpfelte Fischer aus kurzer Distanz in die Maschen (30.).

Pranter-Treffer aberkannt

Die Freude über den Ausgleich währte nur kurz. Unmittelbar nach dem Anstoß erkämpften sich die Tiroler einen Corner. Lukas Grgic brachte den Ball zur Mitte und Hager war per Kopf zur Stelle (32.). Zwei Minuten später hatte Julian Gölles das 3:1 für den Aufsteiger am Fuß, scheiterte aber an SCRA-Schlussmann Martin Kobras.

Der zweite Treffer der Altacher fiel in der 41. Minute aus einem Konter. Gebauer spielte einen Pass in die Tiefe auf Fischer, der Berisha am Fünfer bediente - Oswald war zwar noch am Ball, konnte das Gegentor aber nicht mehr verhindern. Zuvor hatte WSG-Abwehrchef Ione Cabrera einen Ausflug in die Spitze unternommen und dann in der Innenverteidigung gefehlt.

In der Schlussphase der ersten Hälfte wurde es noch zweimal im Sechzehner der Altacher gefährlich. Zunächst hatte Kobras bei einem Freistoß von Grgic Mühe (45.), Sekunden danach flog ein Eckball von Benjamin Pranter ins Tor, Schiedsrichter Gerhard Grobelnik entschied jedoch auf Foul von Michael Svoboda an Kobras und gab den Treffer nicht.

Wattens baute in Halbzeit zwei ab

Nach dem Seitenwechsel aber war von WSG Tirol in der Offensive praktisch nichts mehr zu sehen, die Partie stand klar im Zeichen der Gastgeber. Marco Meilingers Schuss wurde von Oswald entschärft (48.), ein Freistoß von Berisha verfehlte knapp das Ziel (59.), einen weiteren Freistoß von Meilinger wehrte Oswald mit dem Knie ab (63.).

So dauerte es bis zur 75. Minute, ehe Altach über das hochverdiente 3:2 jubeln durfte. Nach einem Eckball von Meilinger gewann Zwischenbrugger das Duell mit Lukas Gugganig und köpfelte zum Siegestor ein. Der eingewechselte Florian Jamnig hätte in der 83. Minute beinahe auf 4:2 erhöht, sein Schlenzer wurde von Oswald entschärft.

An der Niederlage der Tiroler änderte sich aber nichts mehr, und es gab noch einen zusätzlichen Wermutstropfen: Florian Buchacher musste bereits in der Anfangsphase mit Verdacht auf eine schwere Kopfverletzung ausgetauscht werden.

Stimmen zum Spiel

Alex Pastoor (Altach-Trainer): "Unser Sieg war verdient. Es waren sehr viele positive und negative Dinge dabei. Negativ war unser Verhalten bei Standardsituationen und Kontern, zumal wir die ganze Woche darauf hingearbeitet haben. Positiv war, dass die Mannschaft immer an sich geglaubt und nie den Kopf verloren hat. Sie hat immer den Spielplan umgesetzt und Moral bewiesen, das hat mir sehr gut gefallen. Wir hätten die Partie schon früher entscheiden müssen, diesbezüglich gibt es sicher noch Potenzial nach oben."

Thomas Silberberger (Tirol-Trainer): "Wir sind an der Wucht der Altacher gescheitert, wobei wir uns bei den Gegentoren ein bisschen naiv verhalten haben. Ich bin trotz der Niederlage nicht unzufrieden. Für mich gehört Altach zu den Top sechs der Bundesliga, das haben sie heute bewiesen, aber für uns wäre mehr möglich gewesen."

Ticker zu Altach gegen WSG Tirol: