Letztes Update am Mo, 26.08.2019 09:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Salzburg-Coach Marsch: „Menschlich selbstlose Haltung macht mich stolz“

Meister Salzburg marschiert auch unter Neo-Coach Jesse Marsch an der Tabellenspitze vorneweg. Der nächste WSG-Gegner überzeugt vor allem im Kollektiv.

5 Spiele, 5 Siege, 22:3 Torverhältnis - bei Meister Salzburg läuft das Werkl schon wieder rund.

© APA5 Spiele, 5 Siege, 22:3 Torverhältnis - bei Meister Salzburg läuft das Werkl schon wieder rund.



Salzburg – In der noch jungen Bundesliga-Saison hat Salzburg-Coach Jesse Marsch bereits einen neuen Rekord markiert. Das 5:0 gegen die Admira am Sonntag war der fünfte Sieg in den ersten fünf Ligaspielen Marschs, keinem BL-Coach war das bisher gelungen. Imposant nimmt sich auch eine andere Zahl aus: Mehr als die aktuellen 22 Tore gab es in der Red-Bull-Ära nach den ersten fünf Partien nur 2014/15.

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Damals hielt Salzburg unter Adi Hütter bei 24 Treffern in fünf Partien, der erste Punktverlust kam nach sechs Spielen und ebenso vielen Siegen (Torverhältnis 29:1). Hütter hatte davor allerdings bereits Grödig im Oberhaus betreut. Gratulationen zu seinem persönlichen Rekord wollte Marsch ohnehin nicht annehmen. „Es ist nicht wichtig für mich, sondern für das Team. Die Entwicklung der Mannschaft ist ein Wahnsinn. Wir müssen aber jeden Tag weiter hart daran arbeiten. Deshalb ist der Hunger und die Mentalität wichtig“, erklärte der US-Amerikaner. Er kann nun ganz entspannt dem Donnerstag entgegenblicken. Dann nämlich erfährt man gegen 18.00 Uhr die Gegner in der Gruppenphase der Champions League.

Harte Arbeit bis zum 1:0

Einfach machte es das Schlusslicht den „Bullen“ am Sonntag zunächst aber nicht. „Bis zum 1:0 war es harte Arbeit“, erklärte Kapitän Andreas Ulmer. Dem Elfertor von Hwang Hee-chan (22.) war eine umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Harald Lechner vorangegangen. „Der Kontakt war da, wurde aber vom Stürmer aktiv gesucht. Von mir ist keine aktive Bewegung ausgegangen“, versicherte „Sünder“ Christoph Schösswendter, über dessen Fuß Hwang gestolpert war.

Danach war es geschehen um die Gäste, die innerhalb von sechs Minuten nach Defensivschnitzern weitere zwei Treffer durch Hwang und Erling Haaland kassierten. „Wenn dann gleich die nächsten Tore fallen, wird es vom Kopf her schwierig. Vor allem, wenn der Gegner so einen Druck entwickelt“, gestand Admira-Coach Reiner Geyer, für den das 1:1 gegen die Austria am 18. August das bisher einzig Zählbare bleibt.

„Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft“

In der zweiten Hälfte waren die völlig harmlosen Niederösterreicher um Schadensbegrenzung bemüht, fingen sich aber noch weitere Gegentreffer ein. Die „Joker“ Patson Daka (70.) und Sekou Koita (81.) trugen sich ebenfalls in die Schützenliste ein. Letzterer erneut aus einem Foulelfer, und wie schon beim ersten Strafstoß verzichtete der siebenfache Ligasaisonschütze Haaland - obwohl gefoult - auf den Ball. „Diese menschlich selbstlose Handlung, dass alle füreinander da sind, das macht mich unheimlich stolz“, meinte Marsch dazu. „Das zeigt den Charakter dieser Mannschaft. Darüber spreche ich mit den Spielern immer und immer wieder.“ Der an diesem Abend quasi beschäftigungslose Goalie Cican Stankovic bestätigte: „Das zeigt, wie hervorragend die Stimmung in der Mannschaft schon nach ein paar Monaten ist.“

Zumindest bewölkt dürfte hingegen die Gemütslage der Admira sein. „Nur ein Punkt ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben“, betonte Geyer. Er gab zugleich aber auch den Optimisten. Gerade in den ersten 25 Minuten habe er „Dinge gesehen, die in die richtige Richtung gehen“, sagte der Deutsche, dessen Elf nun auf Mattersburg, Rapid, St. Pölten und Sturm Graz trifft. Geyer: „Ich denke, dass wir uns in den nächsten Wochen belohnen werden.“ (APA)