Letztes Update am Di, 24.09.2019 12:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


FIFA-Gala

Klopp geehrt, aber bescheiden: „Zu 100 Prozent verstehe ich es nicht“

Jürgen Klopp wird ausgezeichnet und eilt davon. Mit individuellen Auszeichnungen tut sich der Liverpool-Coach schwer. Nicht aber mit Spenden für wohltätige Zwecke.

So richtig wohl schien sich Jürgen Klopp bei der Gala in der Mailander Scala nicht zu fühlen. Der Liverpool-Trainer nutzte seinen großen Moment, um sich in den Zweck der guten Sache zu stellen.

© AFPSo richtig wohl schien sich Jürgen Klopp bei der Gala in der Mailander Scala nicht zu fühlen. Der Liverpool-Trainer nutzte seinen großen Moment, um sich in den Zweck der guten Sache zu stellen.



Mailand – Der Gala-Abend in Mailand war für Jürgen Klopp schnell vorbei. Begleitet von aufgeregten FIFA-Mitarbeitern hastete der 52-Jährige nach seiner Auszeichnung als Welttrainer des Jahres zur Limousine. Die Zeit für einen Plausch mit Rekord-Weltfußballer Lionel Messi oder einen Austausch mit Weltfußballerin Megan Rapinoe, die ihr Rampenlicht in der altehrwürdigen Scala auf beeindruckende Art und Weise genutzt hatte, schien dem deutschen Coach des FC Liverpool nicht zu bleiben. Am Mittwoch geht in England der Alltag im League Cup bei den MK Dons weiter.

Individuelle Auszeichnungen sind dem früheren Dortmund-Coach ohnehin ein bisschen fremd. „Zu 100 Prozent verstehe ich diese Preise nicht, aber ich verstehe, dass ich für eine Menge Menschen hier bin“, sagte Klopp am Ende seiner kurzweiligen Dankesrede, in der er zudem verkündete, künftig im Rahmen des Common-Goal-Programms ein Prozent seines (sicherlich millionenschweren) Gehalts für wohltätige Zwecke zu spenden.

Rapinoe mit flammendem Appell

„Wir sind alle ganz offensichtlich auf der wirklich guten Seite des Lebens - deshalb sind wir hier“ sagt der Trainer, der mit dem FC Liverpool in diesem Jahr die Champions League gewonnen hatte. „Die Gegenwart ist wirklich gut und hoffentlich wird es auch in Zukunft so sein. Aber es gibt Menschen, die nicht in dieser Situation sind.“

Die Weltfußballerin 2019: US-Superstar Megan Rapinoe.
Die Weltfußballerin 2019: US-Superstar Megan Rapinoe.
- AFP

Rapinoe nutzte ihre Auszeichnung als Weltfußballerin ein paar Minuten später für noch deutlich eindringlichere Worte. „Wir haben die einzigartige Möglichkeit im Fußball, anders als in jedem anderen Sport, dieses wundervolle Spiel zu nutzen, um die Welt zum Besseren zu verändern“, sagte die US-Weltmeisterin in Richtung der Dutzenden Weltstars im Publikum und erinnerte an die gravierenden Probleme mit Rassismus und Homophobie. „Das ist meine Aufgabe für euch. Ich hoffe, ihr nehmt sie euch zu Herzen und tut etwas. Wir haben unglaubliche Kraft in diesem Raum.“

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Der mit dem größten Einfluss war noch vor und nicht als Höhepunkt des Abends nach Rapinoe geehrt worden, womit die FIFA sicher auch ein Statement für den Frauenfußball hatte setzen wollen. Messi nahm von FIFA-Präsident Gianni Infantino seine sechste Weltfußballer-Trophäe entgegen. Am späten Abend schritt der argentinische Superstar vom FC Barcelona, der seinen in Mailand gar nicht anwesenden Dauerrivalen Cristiano Ronaldo übertrumpft hatte, zufrieden lächelnd mit einem seiner Söhne auf dem Arm Richtung Limousine. In Eile wie Klopp war er nicht.

Ronaldo blieb der Gala fern

Die genauen Ergebnisse der Gala offenbarten, dass Messi als wahlberechtigter Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft für den Liverpooler Sadio Mane an erster Stelle und dann für Ronaldo und seinen neuen Teamkollegen Frenkie de Jong gestimmt hatte. Portugal-Kapitän Ronaldo vergab hingegen keinen Punkt an seinen Rivalen. Warum der Stürmerstar von Juventus Turin in der Scala fehlte, blieb offen.

ÖFB-Teamchef hatte in seiner Hitliste Liverpool-Stürmer Mo Salah ganz vorne, gefolgt von Ronaldo und Kylian Mbappe (PSG). Nationalteam-Kapitän Julian Baumgartlinger gab Eden Hazard (Real Madrid) gegenüber Messi und Europas Fußballer des Jahres, Virgil van Dijk (Liverpool), den Vorzug. (dpa, TT.com)

Weltfußballer Lionel Messi feierte mit seiner Familie den sechsten Titel - Rekord!
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- AFP