Letztes Update am Mo, 07.10.2019 14:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EM-Quali

Mehr als 25 Stunden Fasten: Jom Kippur beeinflusst Israels Quali-Vorbereitung

Teamchef Andreas Herzog und die Leitung des Verbandes tauschen sich mit Fitnesstrainern und Sportwissenschaftlern aus. Über das Fasten selbst wird nicht diskutiert.

Andreas Herzog und die israelische Nationalmannschaft legen aufgrund des Jom-Kuppur-Feiertages eine Trainingspause ein.

© gepaAndreas Herzog und die israelische Nationalmannschaft legen aufgrund des Jom-Kuppur-Feiertages eine Trainingspause ein.



Wien – Die Vorbereitung der israelischen Nationalmannschaft auf das EM-Qualifikationsspiel am Donnerstag (20.45 Uhr/TT.com-Live-Ticker) im Wiener Happel-Stadion gegen Österreich wird durch das Jom-Kippur-Fest beeinflusst. Der Versöhnungstag, der höchste jüdische Feiertag, wird am Mittwoch begangen, weshalb es Auswirkungen auf das Programm der Auswahl von Teamchef Andreas Herzog gibt.

Gläubige Juden nehmen vom Sonnenuntergang am Vortag des Jom Kippur bis zum Einbruch der Nacht am folgenden Tag weder flüssige noch feste Nahrung zu sich. Das heißt, dass israelische Teamspieler, die sich an diese Vorgabe halten, ab Dienstagabend für etwas mehr als 25 Stunden weder essen noch trinken.

„Da treten wir vom Fußball zurück“

Dadurch wird die sportliche Leitung des Verbandes vor eine gewisse Herausforderung gestellt, wie Israels Sportdirektor Willi Ruttensteiner gegenüber der APA erklärte. „Wir sind diesbezüglich mit Fitnesstrainern und Sportwissenschaftlern in Kontakt.“ Der Oberösterreicher legte aber besonderen Wert auf die Feststellung, dass jeder Spieler den Jom-Kippur-Tag ohne Einschränkungen begehen könne. „Über das Fasten brauchen und wollen wir gar nicht diskutieren. Wir gehen damit sehr respektvoll um.“

Wegen des Feiertags erfolgte die Anreise des israelischen Teams nach Wien bereits am Montag. Tags darauf wird am späteren Vormittag trainiert, die nächste und gleichzeitig letzte Einheit vor dem Match steigt dann am Mittwochabend.

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Davor haben die Spieler am Mittwoch die Möglichkeit, eine Synagoge zu besuchen. „Damit können sie das Fest ehrfurchtsvoll feiern. Wir haben intern alles vorbereitet, denn das ist ein wichtiger Tag, daher wollen wir es jedem ermöglichen, ihn bestmöglich in Wien zu begehen. Da treten wir vom Fußball zurück“, sagte Ruttensteiner.

Die körperlichen Auswirkungen des Fastens so kurz vor dem Anpfiff sind für den 56-Jährigen angesichts der Bedeutung des Feiertages sekundär. „Wir werden das schon in irgendeiner Form wettmachen können.“ Wie viele Spieler aus dem Aufgebot tatsächlich fasten werden, darüber machte Ruttensteiner keine Angaben.

Spieler sind Fastentag gewohnt

Austrias aus Israel stammender Stürmer Alon Turgeman, der nicht im aktuellen Kader steht, hält sich an das Fasten-Gebot. „Es ist vor einem Match zwar schwierig, aber wenn man sich darauf vorbereitet, sollte es kein Problem sein.“ Der 28-Jährige betonte auch, es komme öfters vor, dass Jom Kippur auf einen Termin unmittelbar vor einem Spiel falle. „Daher sind die Spieler das gewohnt.“

Das Datum des Feiertages variiert im in weiten Teilen der Welt gebräuchlichen gregorianischen Kalender zwischen September und Oktober, weil es nach dem jüdischen Mondkalender berechnet wird. Im Vorjahr wurde Jom Kippur vom 18. bis 19. September begangen, 2020 ist der Termin vom 27. bis 28. September. (APA)