Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 05.11.2019


Bundesliga

Die Suche nach der Balance bei der WSG Tirol

Bei der WSG Tirol will man trotz der 0:4-Niederlage gegen Altach Ruhe bewahren.

WSG-Sportmanager Stefan Köck versucht die Ruhe zu bewahren.

© gepaWSG-Sportmanager Stefan Köck versucht die Ruhe zu bewahren.



Von Tobias Waidhofer

Wattens – Wie reagiert man zwischen den zwei Extremen Zuckerbrot und Peitsche auf ein ernüchterndes 0:4 gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf? WSG-Tirol-Trainer Thomas Silberberger entschied sich laut eigener Aussage für die „Zuckerbrot-Variante“: „Weil ich meine Spieler sehr gut kenne – und sie sich gerne gegenseitig zerfleischen.“

Es gab nach der Schlappe gegen Altach auch genügend Gründe, sich grün und blau zu ärgern: Da war zum einen die mangelnde Intensität. Außerdem fehlte von offensiver Kreativität ebenso jede Spur wie von defensiver Stabilität.

Nun alles über den Haufen zu werfen, würde aber nicht dem Naturell der sportlichen Leitung entsprechen. Manager Stefan Köck und Trainer Thomas Silberberger ruhen auch in stürmischen Zeiten in sich. Daran wurde auch am heutigen freien Tag nicht gerüttelt. „Wir haben nach dem Sieg bei der Austria nichts geändert, also werden wir das auch nach einer Niederlage nicht tun“, erklärt Köck, um zu betonen: „Es gibt natürlich noch einige Dinge zu analysieren, das werden wir am Mittwoch machen.“ Dass die Zahlen des Altach-Spiels (Sprint-, Zweikampf- und Laufdaten) eine klare Sprache sprechen würden, ließ Köck dann doch durchblicken.

Eines sollte aber in diesem Zusammenhang auch festgehalten werden: Die WSG muss sich die Qualitätsfrage stellen. Denn beispielsweise wird es eine Dreierkette bestehend aus Neurauter, Svoboda und Nitzlnader (wie im Finish gegen Altach) in der Bundesliga immer schwer haben. Das hat man rund um das Gernot-Langes-Stadion aber verstanden, deshalb werden im Winter wohl Mittel für neue Spieler freigemacht. Natürlich müsste es dann auch Abschiede geben – Kandidaten mit wenig Einsatzzeit (Kovacec, Jurdik, Katnik) gibt es vor allem in der Offensive.

Das alles bleibt aber vorerst Zukunftsmusik, die Gegenwart heißt am Samstag St. Pölten. „Wir müssen die Balance finden. Die Wahrheit liegt in der Mitte zwischen überragend (Siege gegen die Austria, Anm.) und schlecht (Altach, Admira, Anm.).“ Und zum Schluss gibt es noch eine positive Meldung: Abwehrchef Stefan Hager, der gegen die Vorarlberger mit Rückenproblemen vom Feld gehinkt war, hat es nicht schlimmer erwischt. „Wir sind optimistisch, dass wir ihn bis Samstag hinkriegen.“