Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 10.11.2019


2. Liga

Der FC Wacker steht sich irgendwie selbst im Weg

„So viel Tore können wir vorne gar nicht schießen, dass wir die Aussetzer hinten kompensieren“, war Wacker-Coach Grumser bedient.

Über seinen vierten Saisontreffer konnte sich Markus Wallner beim 2:4 gegen Klagenfurt nicht so richtig freuen.

© gepaÜber seinen vierten Saisontreffer konnte sich Markus Wallner beim 2:4 gegen Klagenfurt nicht so richtig freuen.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Gut mitgehalten mit einem Titelkandidaten, aber keine Belohnung für großen Aufwand eingesackt – der FC Wacker steht sich in dieser Herbstsaison der zweiten Liga irgendwie selbst im Weg. „Richtig ärgerlich und schade. Es glaubt mir ja langsam keiner mehr, wenn ich behaupte, dass wir leistungsmäßig nicht weit von der Spitze weg sind“, schüttelte Thomas Grumser auch am Tag nach der bitteren 2:4-Niederlage gegen Austria Klagenfurt ebenso enttäuscht wie veständnislos den Kopf: „So wie beim 2:3 gegen Ried brachten wir uns auch gegen die Kärntner durch individuelle Aussetzer eigentlich selbst um Punkte. Das muss abgestellt werden, sonst ändert sich auch in Zukunft nichts.“

Konkret meinte der Chefcoach die Slapstick-Einlagen seiner Defensive bei Standardsituationen: „So viel Tore können wir vorne gar nicht schießen, dass wir die Aussetzer hinten kompensieren.“ Gerade bei der Verteidigung von Freistoßflanken und Eckbällen entscheiden nicht Talent sondern die konsequente Erfüllung von Aufgaben bzw. die Zuteilungen. Da geht es um „basics“ im Profifußball und irgendwann ist es halt kein Zufall mehr, wenn man laufend Tore, wie jene gegen Austria Klagenfurt kassiert.

Diese zweitklassige Herbstmeisterschaft ist ein Wellental der FCW-Gefühle. Einerseits bestätigt die sehr junge Mannschaft vorhandenes Potenzial, auf der anderen Seite fehlt der Ertrag auf dem Punktekonto. Die Stimmung im Stadion ist so positiv wie lange nicht, dafür finden nur noch die treuesten der Treuen den Weg ins Tivoli: „Die, die kommen, sind sensationell. Dass nicht mehr im Stadion sind, liegt hauptsächlich an uns, weil es an der nötigen Konstanz fehlt“, so Grumser.