Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 31.08.2015


Ötztaler Radmarathon

Beim Sieger kullerten die Tränen

Eine italienische Phalanx, angeführt von Enrico Zen, drückte dem Ötztaler Radmarathon ihren Stempel auf. Laila Orenos (SUI) knackte den Damen-Rekord, die Tiroler Teilnehmer schlugen sich gestern achtbar.

© LorenziAuf dem Weg zum Timmelsjoch waren die Radler für jeden Tropfen Wasser dankbar.



Von Florian Madl

Innsbruck – Beim Sieger-Interview kullerten Tränen über die Wangen von Enrico Zen: „Schade, dass Roberto nicht hier ist.“ Der 29-Jährige aus Bassano del Grappa erinnerte an seinen Schwager, den zweifachen Ötzi-Sieger, dessen Helfer er in der Vergangenheit war. Der Ausschluss des positiv auf EPO-Doping Getesteten hinterließ Spuren.

Angelegt hatte der italienische Sieger das Rennen jedenfalls intelligent, schrittweise hantelte sich der Ex-Profi von Zwischenrang 257 (Oetz), 32 (Brenner), 5 (Jaufen) und 3 (St. Leonhard) an die Spitze des Feldes. Am Jaufenpass sah zunächst Zens Landsmann Christian Barchi wie der sichere Sieger aus, ehe das Timmelsjoch die Selektion vornahm. Was man sonst noch wissen muss:

Der Tiroler Daniel Rubisoier machte sich an seinem 33. Geburtstag als Siebenter selbst das größte Geschenk – alle Achtung!

Ex-Profi Jan Ullrich blieb in 7:59:32,8 Std. (Platz 112) knapp unter den magischen acht Stunden.

Die Schweizerin Laila Orenos knackte in 7:46:50 Stunden den Streckenrekord der Damen, auf den Plätzen 2 und 3 kamen mit Nadja Prieling (Kitzbühel) und Daniela Pintarelli (Landeck) zwei Tirolerinnen ins Ziel.

Ski-Ass Benni Raich radelte gestern außer Konkurrenz aufs Kühtai, um dort seinen Schwager Mario Stecher anzufeuern. Der Ex-Kombinierer verblüffte als 100. der Gesamtwertung (7:56:32,5 Std.) und gewann damit auch die Wintersportler-Wertung vor Ex-Springer Andi Goldberger (8:50:25,3) und Ex-Biathlet Christoph Sumann (9:05:27,8).

Im Ziel in Sölden hielt die ehemalige Weltmeisterin der alpinen Kombination, Martina Ertl-Renz, im Beisein ihrer beiden Kinder ihrem Mann Sven die Daumen. Der Ex-Triathlet hielt sich lange im Vorderfeld auf, musste nach einem Sturz auf der Jaufen-Abfahrt aber mit einem Handicap weiterfahren. Nach gut acht Stunden kam er an.

Die Einsatzkräfte registrierten einige Stürze, die gingen jedoch glimpflich aus. Auch die große Hitze forderte die Helfer, immerhin erreichten von 4298 Startern aus über 40 Nationen knapp 4000 das Ziel. Mit 12,5 Litern Flüssigkeit pro Teilnehmer hatte Veranstalter Ernst Lorenzi im Vorfeld des Ötztalers gerechnet (50.000 Liter), angesichts der Temperaturen eine durchaus sinnvolle Kalkulation ...

Ergebnisse

Herren, gesamt:

1. Enrico Zen7:02:05,4 Std.

2. Stefano Cecchini 7:03:42,3

3. Christian Barchi 7:05:15,4

4. Jacek Krys Hubert 7:08:56,9

5. Werner Weiss (alle ITA) 7:08:57,2

6. J. Berndl (GER) 7:12.58,2

7. Daniel Rubisoier (Team Pirchnerbau Denifl) 7:14:36,3.

Damen, gesamt:

1. Laila Orenos (SUI) 7:46.50,9

2. N. Prieling (Steinbach) 8:02:55,2

3. D. Pintarelli (Team Mooserwirt Ridley beide Tirol) 8:09:23,3.

4298 Starter, davon 919 Österreicher (340 Tiroler). Ergebnisse: www.datasport.com




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