Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.12.2015


Tennis

Der Talente-Schmied aus der Stanser Tennishalle

Meusburger, Mayr-Achleitner und jetzt Haider-Maurer: Der Tiroler Daniel Huber hat sich mit erst 31 Jahren einen Namen als Tennis-Trainer gemacht.

null

© gepa



Von Roman Stelzl

Vomp – Was einen guten Trainer im Tennis ausmacht? „Er muss zuhören können, sich in die Leute reinversetzen. Er braucht Einfühlungsvermögen – und einen Athleten, der offen ist für neue Sachen“, sagt Daniel Huber. Der 31-jährige Vomper ist Trainer des österreichischen Top-Spielers Andreas Haider-Mauer, der mit dem Tiroler erstmals in die Top 50 der Welt vorstieß. Hubers Job-Beschreibung ist keine leere Phrasen-Philosophie. Sie ist vielmehr ein gelebtes Credo.

Seit fast zehn Jahren arbeitet der Ex-Student mit dem Traum vom Profi im Trainergeschäft. Von Kleinkind bis Pensionist habe so ziemlich alles in der von ihm gegründeten Tennisakademie Tennergy in Stans aufgeschlagen. Darunter war Hubers Cousin Gabriel (16), Österreichs Nachwuchs-Hoffnung, der inzwischen im Leistungszentrum Südstadt trainiert. Auch die vor Kurzem zurückgetretene Patricia Mayr-Achleitner, ehemals Nummer 70 der Welt, vertraute 2013 für einige Monate auf Hubers Können. Es war ein kurzes, aber für Huber werbewirksames Intermezzo. Und dann war da noch Matthias Haim (17), neben Alexander Erler Tirols drittes Riesentalent. Fünf Jahre hatte Huber den Kolsaßer (neuer Trainer ist Markus Hipfl) gecoacht, ehe sie nach Vorarlberg auswanderten. Das war der Beginn des rasanten Aufstiegs.

Huber war im Team von Trainer Joachim Kretz und reiste 2014 alleine mit Top-40-Spielerin Yvonne Meusburger zu den Turnieren. Und als die dann plötzlich zurücktrat und Stille drohte, läutete im November des Vorjahres Hubers Handy. Am Ende der Leitung: Andreas Haider-Maurer.

„Wir kannten uns schon davor. Andi fragte mich damals ,Was hast du so vor?‘ und wollte, dass ich ihn als Trainer betreue. Er wollte, dass ich die Verantwortung übernehme und mit ihm alleine unterwegs bin“, erzählt Huber. Zu zweit nahmen die beiden die Vorbereitung in Angriff – und schon beim ersten Turnier in Chennai (IND) schaffte es der heute 28-jährige Haider-Maurer ins Viertelfinale. Es folgte im Februar das Halbfinale von Rio (BRA) – ehe es im April amtlich war: Top 50 der Weltrangliste.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Gute Stimmung“ und intensive Zusammenarbeit sollen die Quelle des Erfolgs sein. Und geht es nach Huber, ist die noch lange nicht ausgeschöpft. „Andi hat sehr viel Potenzial. Wenn er konstanter wird, dann ist Großes möglich. Im nächsten Jahr soll es weiter nach vorne gehen“, sagt Huber über Haider-Maurer, der im Dezember mit Ehefrau Iris den Schlüssel für die neue Wohnung in Aldrans bekam. Haider-Maurers im Oktober erlittene Fersenverletzung soll kein Hindernis sein, Ende Dezember geht es nach Indien. In Richtung Erfolg. Für beide.