Letztes Update am Di, 23.08.2016 11:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sport in Tirol

Innsbruck fährt auf „Crankworx“ ab: Start- oder Schnellschuss?

Mit „Crankworx“ zieht Tirol eines der größten Bikefestivals an Land, das in Kanada 130.000 Gäste anlockt. Aber passt das auch?

2017 werden Innsbruck und der Muttereralmpark zum Schauplatz des Bikefestivals Crankworx.

© Crankworx2017 werden Innsbruck und der Muttereralmpark zum Schauplatz des Bikefestivals Crankworx.



Von Roman Stelzl

Mutters – Auf der Suche nach neuen Zugängen zur „jungen“ Sportgemeinde ist viel Bewegung in Tirol. Zuerst war 2015 das Nordkette-Downhill-Profi-Rennen weg, dann wanderte das Air&Style der Snowboarder heuer vom Bergisel runter zur Olympiaworld, und nun folgt 2017 mit dem „Crankworx“ ein neues Bikefestival in Innsbruck . Das Event mit dem Mix aus Downhill, Enduro, Slopestyle oder Pumptrack ist hierzulande kaum bekannt, existiert erst seit 2004 und ist normalerweise im kanadischen Whistler beheimatet.

Seit einigen Jahren ist die ursprünglich für zehn Tage ausgelegte Veranstaltung (in Tirol vier Tage) auf Welttournee, mit Station in Rotorua (NZL) und Les Gets (FRA). Und ab nächstem Jahr (Termin noch unbekannt) auch in Tirol. „Kaum ein anderer Sommersport-Event passt so gut zu Innsbruck wie Crankworx“, erklärte Karin Seiler-Lall, Direktorin des Tourismusverbandes Innsbruck. 130.000 Gäste zieht das Bikefestival in Whistler an, die Wertschöpfung liege bei 11,3 Millionen US-Dollar (10 Mio. Euro).

Die Frage ist nur: Passt das Nordamerika-Modell wirklich nach Tirol? Kritisch betrachtet das Tirols Downhill-Urgestein Benedikt Purner, seines Zeichens Streckenbauer bei den früheren Nordketten-Rennen. „Ich glaube, dass wir hier etwas bewerben, für das uns die Infrastruktur fehlt. Crankworx ist so etwas wie die Formel 1 im Mountainbike – da bewirbt man sich und muss große Summen für die Lizenz zahlen. Ich befürchte, dass das ein Schnellschuss war, auch wenn ich die Initiative sehr begrüße“, sagt der ab morgen 34-Jährige, der 2013 das Nordketten-­Rennen gewinnen konnte. Seiner Meinung nach solle das vorhandene Geld lieber in die Basis-­Infrastruktur investiert werden, anstatt viel Geld in fragwürdige Projekte zu stecken. Purner: „Die Bauten für die Slopestyle-Bewerbe werden nach dem Crankworx nicht mehr verwendet.“

Vielleicht ist es aber doch kein Schnellschuss, sondern ein Startschuss in die Zukunft. Das bleibt abzuwarten. Sicher ist aber: Es wird sich etwas bewegen rund um das Bike ...