Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.02.2017


Schach

Lienz Open: Zug um Zug dem Sieg näher rücken

210 Teilnehmer aus 26 Nationen haben sich für das 19. Internationale Lienz Open angemeldet. Das Schachturnier ist eines der größten in Österreich.

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Von Claudia Funder

Lienz – Das mittlerweile 19. Lienz Open – längst ein Fixpunkt im internationalen Terminkalender – wird von 11. bis 18. Februar im Volkshaus Lienz einmal mehr hochkarätige Partien bieten. Der Schachklub DolomitenBank Lienz ist als Veranstalter des „königlichen“ Wettkampfs, der im Zweijahresrhythmus ausgetragen wird, startklar. Im Verlauf des Turniers wird sich weisen, welcher Spieler die Figuren auf dem quadratischen Brett diesmal am strategischsten bewegen kann.

Das Niveau ist ebenso hoch wie das Interesse: Auf der Liste finden sich 210 Schachspieler aus 26 Nationen. „Auch acht internationale Großmeister und 15 internationale Meister haben sich angemeldet“, verrät Klubobmann Georg Weiler. Der Ausländeranteil sei mit 60 Prozent im Vergleich zu anderen österreichischen Turnieren sehr hoch. Mit am Start sind etwa die Großmeister Evgeny Romanov aus Russland und Tari Aryan aus Norwegen sowie Heberla Bartlomiej aus Polen, die aufgrund ihrer hohen ELO-Zahl zu den besonders gefürchteten Gegnern zählen werden. Die ELO-Zahl weist auf die jeweilige Spielstärke hin.

Jeweils 22-köpfige Teilnehmer-Abordnungen reisen aus Skandinavien und Indien an. Beide Teams werden von Großmeistern als Coaches begleitet. Der Norweger Simen Agdestein lässt es noch offen, ob er auch selbst zu den Schachfiguren greifen wird. Er ist seit 1985 Großmeister, bewies einst aber auch auf ganz anderem Terrain Stärke: Agdestein spielte früher in Norwegens Fußball-Nationalteam.

Aus Osttiroler Sicht hat sich Robert Rieger viel vorgenommen. Dem derzeitigen Aushängeschild wird also wohl besonders genau auf die Finger geschaut werden. Alfred Bodner ist einziger Teilnehmer, der bei allen Lienz Open dabei war. Rund 60 Jugendliche gehen an den Start. Jüngster Teilnehmer ist die erst 9-jährige Inderin Sagar Siya, ältester der 80-jährige Lienzer Gerwald Lentner. Weibliche Teilnehmer sind übrigens in der Minderheit, nur 23 sind zum Lienz Open angemeldet. 10.000 Euro Preisgeld werden ausgeschüttet, der Sieger sichert sich 2000 davon. Anerkennungen gibt es auch in Form von Golddukaten.

Auf die großteils weit angereisten Spieler wartet auch ein buntes Rahmenprogramm, das den familiären Charakter, auf den beim Großevent trotz der Dimension Wert gelegt wird, unterstreicht.

Das Event ist auch touristisch gesehen nicht unin­teressant: „Die Veranstaltung bringt über 3000 Nächtigungen“, erklärt Weiler.

Turnierwebsite Lienz Open: www.schachklub-lienz.com