Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.06.2017


Sport in Tirol

Kabinentrakt komplettiert Sportanlage

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© Stecher



Umhausen – Wenn die Kicker des SV Umhausen sowie dessen Gäste nun von den „Umkleiden“ auf Trainings- und Hauptspielfeld kurze Wege vorfinden, dann ist dies weniger dem Planer als den Behörden geschuldet. Lange war die Gemeinde auf der Suche nach einem geeigneten Standort. Varianten gab es viele. Schlussendlich entschieden aber die Behörden und Experten von Hochwasserschutz, Wildbach, Geologie oder Raumordnung über die Situierung. Bürgermeister Jakob Wolf bezeichnet diesen Umstand als „höhere Gewalt“ und verhehlt nicht, dass ihm selbst ein Gebäude an anderer Stelle nicht unlieber gewesen wäre.

Dafür spielt die neue Heimstätte des SV Umhausen mit ausreichend vorhandenen und großzügig dimensionierten, funktionell angeordneten Räumen nun „alle Stückln“. Investiert wurden dazu rund 400.000 Euro, welche laut Wolf „nicht gerade aus der Trinkgeldkasse“ zu bezahlen seien, „zumal wir vom Land diesmal lediglich 36.000 Euro als Zuschuss erhalten haben“.

Finanziell dürfte es um die Gemeinde Umhausen allerdings nicht allzu schlecht bestellt sein, denn deren Oberhaupt erklärte bei der offiziellen Eröffnungsfeier auch, das Projekt sei „ohne die Aufnahme von neuen Schulden abbezahlt“. Gleichzeitig outete sich Wolf weniger als detailverliebter Architekturliebhaber denn als Überwacher des Budget­rahmens, indem er zu Planer Thomas Auer meinte: „Du weißt, mir ist nicht so wichtig, wie ein Raum im Detai­l aussieht, sondern dass am Ende die Abrechnung passt.“

Ihr Scherflein zum Gelingen des Projektes beigetragen haben auch die Fußballer selbst. In Summe waren es 1000 Arbeitsstunden, welche Spieler und Funktionäre des Sportvereines aufbrachten. Und auch hier dürfte „die Chemie“ gestimmt haben. Jedenfalls vermeldete Sektionsobmann Andreas Gufler: „Eigentlich waren immer alle da.“

Offiziell in Betrieb nehmen durften die neuen Kabinen allerdings die „Legenden“. Ehemalige Spieler des SV Umhausen und des SV Längenfeld ließen Erinnerungen wach werden, wobei die Lokalrivalität vergangener Tage längst einem freundschaftlichen Miteinander gewichen ist. Das Ergebnis wurde damit zur Nebensache. (best)