Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.06.2017


Tennis

Im Aufstellungspoker „verzockt“

Nach dem verpassten Einzug ins Final Four der Tennis-Bundesliga bleibt ein schaler Beigeschmack.

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© Kristen



Von Robert Ullmann

Innsbruck – Man kann darüber denken, wie man will, finanzielle oder andere Gründe anführen – es bleibt ein bitterer Beigeschmack. Wegen der vergebenen Chance nämlich, wieder ein Tiroler Team ins Final Four, also in die Runde der besten vier österreichischen Tennisteams, zu führen. Diese Möglichkeit wurde just am letzten Spieltag des Grunddurchgangs in der 1. Tennis-Bundesliga der Damen verspielt. Dabei schien die Ausgangspositio­n ideal. Wörgl lag nach drei 4:3-Erfolgen auf Position zwei der Tabelle in Gruppe 1. Und nur ein Punkt fehlte, um im Kampf um den österreichischen Mannschaftstitel, der im September vergeben wird, mitzumischen. Daraus wurde nichts.

Das schaffte in letzter Minute ULTV Linz durch einen 6:1-Heimerfolg gegen den TK IEV MED-EL. Das Innsbrucker Team um Betreuerin Martine Stauder konnte – ersatzgeschwächt – dem TC Wörgl mit einem weiteren Einzel- oder Doppelsieg keine Schützenhilfe leisten. „Schade, dass der IEV in Linz so schwach aufgestellt war“, klagte Coach Stefan Schneck. Alles andere als stark aufgestellt war die Wörgler Bundesliga-Riege beim 0:7 in der entscheidenden Begegnung gegen das Kornspitz-Team aus Oberösterreich. Schneck: „Wir hätten auch in stärkster Aufstellung keine Siegchance gehabt.“ Bei allem Respekt – einen Versuch, alles auf eine Karte zu setzen, wäre es bei dieser Ausgangslage allemal wert gewesen. Jetzt kämpfen sowohl Wörgl als auch der IEV in der unteren Play-off gegen den Abstieg.

Um den Aufstieg in die 1. Bundesliga spielen die Herren des TC Telfs. Mit einer Mischung aus Legionären und Eigenbaukräften eroberte die Truppe um Mannschafts­führer Gruber fünf Siege in sechs Begegnungen – ebenso wie Tabellenführer Altenstadt. Eine ideale Ausgangsposition vor den noch kommenden zwei Spielen, keine Frage.