Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 06.11.2017


UPC Tiroler Liga

Das Oberland bleibt grün

Nach dem 3:1-Sieg im Derby gegen Imst bleibt Telfs weiterhin ungeschlagen. Der Kampf um die Nummer eins im Oberland soll aber weitergehen.

© Michael KristenLieferten sich ein hitziges und auch spielerisch hochklassiges Oberlandderby: Telfs (Matej Dretvic, l.) und Imst (Fabian Krismer).



Von Alois Moser

Telfs – „Während der Woche stand in einem Lokalmedium, wir sollten mit unserer Truppe maximal im Niemandsland der Tabelle stehen“, bemerkte Telfs-Trainer Werner Rott nach dem Derby gegen Imst. Aufgrund des 3:1-Heimsieges verspürte dann wohl nicht nur Rott eine gewisse Genugtuung. Aber von Anfang an:

Das Spitzenspiel zwischen dem Ersten (Telfs) und dem Fünften (Imst) begann mit einer Großchance der Hausherren, dann übernahm Imst das Ruder. Nach einem wegen Foulspiels aberkannten Tor für die Gäste ging es aber mit 0:0 in die Pause.

Nach dem Wechsel startete Telfs erneut besser, blieb jedoch weiter glücklos. In der Folge vergab Imst die Topchance auf die Führung, im Gegenzug war Matej Dretvic schließlich mit einem abgefälschten Schuss erfolgreich (54.). „Das war super dämlich“, ärgerte sich Gäste­trainer Jürgen Soraperra. Es kam aber noch dicker: Nachdem Fabian Krismer wegen eines Frust-Fouls Rot gesehen hatte (Soraperra: „Davor gab es zehn Wahnsinns-Fouls an uns“), kassierten die Roten das 0:2: Ein Freistoß von Mark­o Jovljevic fand den Weg ins Netz – wiederum abgefälscht (Struggl, 69.).

Mittlerweile entwickelte sich nicht nur auf dem Platz ein intensives Derby, auch die Emotionen unter den 500 Zuschauern kochten über – echtes Derby-Feeling eben.

Und Telfs wackelte: Nach dem Anschlusstreffer durch David Schnegg (75.) fand Imst noch einige Chancen auf den Ausgleich vor, scheiterte aber schlussendlich am Gegner oder den Mängeln im eigenen Passspiel. Alen Kovacevic machte in der Nachspielzeit den Deckel drauf (3:1/90.).

Damit bleiben die Grünen (Rott: „Wir haben einmal mehr durch das Kollektiv überzeugt“) weiter unbesiegter Tabellenführer. Geht es nach Soraperra, soll das Oberland aber langfristig wieder rot werden: „Wir sollten eine Oberländer Mannschaft raufbringen, das kann nur Imst sein.“ Für Emotionen sollte weiterhin gesorgt sein ...