Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.04.2018


Radsport

Härtetest im Haiminger Wald

Für Tirols Elite kommt das Ötztaler Mountainbike Festival (ab Samstag) als Weltcup-Härtetest gerade recht. Straßenrad-Star Tony Martin übte für die WM.

© KüstenbrückAuf seiner Heimstrecke fühlt sich Tirols Mountainbike-Urgestein Charly Markt wohl.



Von Roman Stelzl

Haiming – Eine runde Sache wird das Wochenende für Tirols Rad-Fans: Während im Osten des Landes die Profis mit den dünnen Reifen am Donnerstag und Freitag bei der Tour of the Alps radeln, ist ein Großteil der weltbesten Mountainbiker am Eingang des Ötztals zu Gast.

Das Festival, neben jenem in Kitzbühel das größte Tirols, lockt am Samstag (Nachwuchs) und Sonntag (Elite) in der weltcupfreien Zeit und dank der höchsten Klasse (HC) wieder jede Menge Top-Fahrer an – darunter Frankreichs Doppel-Olympiasieger Julie­n Absalon und den aktuell­en Weltcupsieger Samue­l Gaz­e (NZL).

Keine Statistenrolle wollen im stark besetzten Feld die Tiroler Fahrer übernehmen. Allen voran gilt das für Urgestein Charly Markt. Der 38-jährige Haiminger ist quasi mit jeder Wurzel auf dem Trail mitgewachsen und kennt Stock und Stein wie kein anderer.

„Das ist meine Strecke, hier bin ich groß geworden“, lächelte Markt bei der gestrigen Trainingsfahrt. Im Vorjahr war er Siebenter, beim Weltcup-Auftakt in Südafrika heuer 17. Markt: „Die Form ist heue­r richtig gut. Das Podest ist in Haiming immer das große Ziel, aber auch heuer ist die Konkurrenz sehr stark.“ Sein Teamkollege beim Schweizer Möbel Märki Team, der Roppener Gregor Raggl, war im Vorjahr Elfter und greift nach dem mäßigen Weltcup-Auftakt (37.) nach einem Spitzenresultat.

Ebenfalls bei einem Schweizer Team untergekommen ist neben Vorzeige-Dame Elisabeth Osl seit heuer auch Zukunftshoffnung Max Foid­l. Der 22-Jährige aus St. Johann in Tirol (JB Brunex Felt) fährt seine erste Saison in der Elite­klasse und beendete die Weltcup-Premiere im März auf Rang 48. Am vergangenen Wochenende fuhr Foidl beim Sunshine Cup in Nals (Südtirol) als bester Österreicher auf Rang sieben. „Es läuft heuer richtig gut. Ich hoffe, dass es so weitergeht“, erklärte der U23-WM-Achte, der sich einen Top-30-Platz im Weltcup als Ziel gesetzt hatte.

Daniel Federspiel gibt nach den Herzproblemen sein Comeback im Cross Country. Der 30-jährige Eliminator-Weltmeister aus Imst will sich für den nächsten Weltcup Mitte Mai in Albstadt in Form bringen. Zuletzt feierte Federspiel sein Comeback mit einem Sieg beim Hungerburg Classic. Lokalmatadorin Laur­a Stigger ist haushohe Favoritin bei den Juniorinne­n.

Apropos Straßenrad: Da war dieser Tage ein ganz großer Name im Ötztal zu Gast. Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin war zur Regeneration in Obergurgl und testete dabei die WM-Strecken (22. bis 30. September). Der 32-jährige Deutsche wird einer der großen Favoriten sein.