Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 30.04.2018


Handball

Auf zu neuen Ufern: In Italien geht es weiter

Länderwechsel statt Abstiegskampf – Bundesligist medalp Handball Tirol spielt künftig in Italien. Das spart Zeit und Geld.

© Jakob GruberEiner jener, denen das Talent für einen Sprung in die Handball Liga Austria bescheinigt wird - Johannes Demmerer.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Die beiden Relegationsspiele gegen Trofaiach fallen für medalp Handball Tirol in der österreichischen Bundesliga als Schlusslicht ins Wasser. Mit dem letzten Match in Korneuburg (22:26) war es seitens der jungen Garde auf österreichischem Boden vorerst getan.

Der italienische sowie der österreichische Handballverband haben nämlich nach monatelanger Vorbereitungsarbeit dem Antrag zugestimmt, dass Innsbrucks Bundesliga-Truppe in der neuen Saison in der Nordstaffel der zweithöchsten italienischen Spieklasse teilnehmen kann. Das spart ordentlich Zeit, die man in zusätzliches Training investieren kann, und zudem Anfahrtskosten. In der Bundesliga war kein weiteres Team aus dem Westen Österreichs, deshalb ging es für medalp (inklusive der U20-Mannschaft) oftmals über 800 bis 1000 km (hin/retour) ostwärts. Außerdem bringt der Wechsel nach Italien neuen Reiz mit sich.

„Eine absolut spannende Sache, die wir weiter mit unseren Youngsters in Angriff nehmen wollen. In der zweiten österreichischen Liga ist mit einigen Legionären bei den anderen Teams der Bezug zur Jugendförderung nicht so wirklich vorhanden“, führt Sportkoordinator Thomas Lintner seitens Handball Tirol aus. Eine Ansicht, die Klaus Hagleitner, der sich in Innsbruck für die Nachwuchsarbeit verantwortlich zeichnet, nur unterstreichen kann: „Wir spielen bereits mit einer Tiroler Auswahlmannschaft in Südtirol mit und haben dabei sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Niveau in der Euregio ist hoch, die italienische Liga eignet sich hervorragend für die Ausbildung junger Talente. Für mich ist das ein sinnvoller und richtiger Schritt.“ Auch Lintner sieht den passenden Ansatz, um hoffnungsvolle Talente (Kristen, Demmerer-Brüder, Nägele, Petrusic ...) an die Handball Liga Austria heranführen zu können.

Die Tiroler Politik unterstützte eine Intensivierung der sportlichen Aktivitäten in der Euregio Tirol – Südtirol – Trentino. Im lokalen Fußball wurde diesbezüglich vor einigen Jahren der Euregio-Cup ins Leben gerufen.