Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.05.2018


Tiroler Liga

Beim Derby in Zams gingen die Wogen hoch

Wenn Zams im Oberländer Derby auf Imst trifft, herrscht High Noon – zwischen Kundl und Kirchbichl geht es freundschaftlicher zu.

© Zwischen Zams (Florian Schlatter) und ...



Von Alois Moser

Kundl, Zams – Den Oberländern schreibt der Volksmund zu, verschlossener und weniger emotional zu sein als die Unterländer. Dem Fußball haben sich aber auch die Leute im Westen des Landes mit Herzblut verschrieben, zuletzt gingen beim Tiroler-Liga-Derby zwischen Zams und Imst die Wogen hoch. Die Brisanz beim Unterländer Gipfeltreffen zwischen Kundl und Kirchbichl beschränkt sich unterdessen mittlerweile rein auf das Sportliche.

... Imst (Jürgen Soraperra) gingen die Wogen hoch.
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Zams-Trainer Florian Schlatter war auch einen Tag nach der 1:3-Derbyniederlage gegen Imst noch aufgewühlt. „Da sind sehr viele Dinge zusammengekommen“, spielte der 54-Jährige auf Entscheidungen an, die seiner Meinung nach gegen sein Team gelaufen seien: „Das Foul an Fabian Burger war knallrot, da hat es nicht einmal eine Karte gegeben. Und wenn man da nicht Rot gibt, darf man uns später auch nicht Rot zeigen.“ Dass die Zuschauer (1150 beim Derby) das Ihre zur aufgeheizten Stimmung beitrugen, ist Schlatter klar: „Wir haben halt einmal ein emotionales Publikum.“

Bei aller Schiedsrichter-Kritik habe Imst verdient gewonnen – in dieser Hinsicht stimmt Imst-Trainer Jürgen Soraperra mit seinem Pendant überein. „Wir waren eine Klasse besser, obwohl wir auch nicht gut waren“, konstatierte der Trainer der Gäste. Der Gegner habe mit „Brutalo-Fouls“ agiert, der Schiri indes gut gepfiffen: „Wenn, dann war höchstens der Elfer für Zams ein Geschenk.“

Während in Zams so mancher heißlief, blieben die Protagonisten beim Unterländer Derby in Kundl ganz cool: Gegen seinen Ex-Klub Kirchberg musste Neo-Kundl-Trainer Roger Kühmaier ein 0:2 einstecken. Der erste Sieg im Frühjahr wollte auch im Derby nicht gelingen. „Die Situation ist nicht leicht“, seufzt Kühmaier, der seinem ehemaligen Verein nach wie vor verbunden ist: „Meine beiden Buben spielen in Kirchbichl, und ich habe immer noch viele Freunde dort.“

Kühmaiers Konzentration gelte aber der aktuellen Misere in Kundl: „Ich bin super aufgenommen worden, aber sportlich läuft es leider noch nicht nach Wunsch.“ Der Ausfall von Stürmer Pascal Burger schmerze nach wie vor: „Wir haben einfach keinen, der die Tore macht.“ Im Sommer wolle man hier definitiv nachrüsten.

Gegenüber Paul Schneeberger, der selbst noch unter Vorgänger Kühmaier gespielt hat, plagen indes weniger Sorgen: Nach dem dritten Sieg in Folge kehrt hoffentlich die ersehnte Konstanz ein ...