Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.05.2018


Frauen-Fußball

Titel soll für die Wacker-Damen erst der Anfang sein

Coach Masaki Morass führte die Wacker-Damen zum Titel in der 2. Frauenliga. Nun peilt der Japaner den Aufstieg in die Bundesliga an.

© Michael KristenAm Drücker: Masaki Morass schaut, dass das „Werkl“ bei den Wacker-Damen wieder läuft.



Von Benjamin Kiechl

Innsbruck — Mit schnellen Schritten und die Aktentasche mit Datenmaterial gespickt, eilt Masaki Morass herbei. Das Soda-Zitron trinkt der gebürtige Japaner in wenigen Schlucken aus. „Die Tugenden der Japaner und Österreicher passen gut zusammen, beide sind fleißig und pünktlich", erzählt der 39-Jährige. Erste Erfahrungen sammelte er Anfang der 2000er-Jahre mit den IAC-Damen. Nach seinem Abschied als Co-Trainer des Erste-Liga-Klubs SV Horn dockte er im Sommer 2017 wieder in Tirol an. Seither hören die Wacker-Damen auf sein Kommando.

Als Bestätigung seiner Arbeit fixierten die Damen am vergangenen Wochenende den Meistertitel in der 2. Frauen­liga Mitte/West. Morass spricht von einem „stabilen Fundament", das er gebaut habe: „Wenn wir die Relegationsspiele im Juni gewinnen, steigen wir direkt wieder in die Bundesliga auf", sagt der Japaner euphorisch. Heute (20 Uhr/Stadion Jenbach) soll im Nachtragsspiel gegen den SV Wals der nächste Sieg folgen — und der Meistertitel vor Heimpublikum gefeiert werden. Mit 59:6 Toren dominieren die Schwarz-Grünen die 2. Frauenliga nach Belieben. Ob man reif für die Bundesliga sei? „Es dürfen sich keine Leistungsträgerinnen verletzen", weiß der Coach um die bisweilen dünne Kaderdichte. Für die junge Mannschaft sei es wichtig, Erfahrungen zu sammeln, denn „dann können wir auch mit der Belastung und den langen Anfahrtswegen in der Bundesliga besser umgehen".

Die Budgetmittel sind bei den Damen traditionell niedrig. „Wir haben noch weniger Geld als unter meinem Vorgänger Horst Braun", sagt Morass, der aber auf professionelle Strukturen als Anreiz für Spielerinnen verweist: viermal die Woche Training, 13 Betreuer inklusive Physio und Mentaltrainer. „Wir sind der einzige Verein im Westen von Österreich, der ein professionelles Umfeld für Damen bieten kann."

Dass der sofortige Wiederaufstieg in die Bundesliga nach zuletzt sehr mühevollen Jahren zum Greifen nahe liegt, freut Morass. Durch den Neustart in der zweiten Liga sei „neuer Schwung in die Mannschaft gekommen". Neben Torfrau Jasmin Pal schaffte Lilli Purtscheller den Sprung ins (U 17-)Nationalteam. Ein Glücksgriff sei die Verpflichtung der Japanerinnen Marin Fujisawa und Shiho Tomari (fünf Tore in den letzten fünf Spielen). „Sie helfen uns sportlich und passen zu uns!" Die Richtung stimmt bei den Wacker-Damen, die schnellen Schrittes in die Bundes­liga stürmen wollen.