Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 04.06.2018


UPC Tiroler Liga

St. Johann bringt wieder Feuer in den Abstiegskampf

Silz/Mötz und Zams schwächeln im Abstiegskampf, St. Johann bekommt die zweite Luft. Handle steht ante portas, Schatz ist zurück bei Imst.

© Michael KristenImsts Thomas Moser schüttelte Wolfgang Schaber (r./Silz/M.) locker ab.



Von Alois Moser und Thomas Mair

Innsbruck, Imst – 5:0 für St. Johann beim SVI, 0:5-Niederlage für Zams in Kundl, 0:6-Derbypleite für Silz/Mötz gegen Imst: Nach drei Torfestivals liegen die lange aussichtslos abgeschlagenen St. Johanner nur noch zwei Punkte hinter Silz/Mötz und drei hinter Zams. Der lange erkaltete Abstiegskampf in der UPC Tirol Liga wird wieder brennheiß.

„Wir hatten nicht die Kraft, zweimal in so kurzer Zeit nur über den Kampf zu gewinnen“, analysierte Aleks Matic die 0:6-Pleite gegen Imst. Die Ausfälle von Miroslav Rikanovic und Dominic Grutsch (beide Knie) habe man nicht mehr kompensieren können. Der Personalmangel schlägt durch: „Das ist nur meine Schuld, ich habe dem Verein im Winter gesagt, wir brauchen keine neuen Spieler.“ Wie Zams geriet Silz/Mötz zuletzt in einen Negativstrudel. Nun setzt im Oberland das große Zittern ein – weil St. Johann neues Leben eingehaucht wurde. 3:2 in Kematen, 4:1 gegen Kundl, 5:0 beim SVI – die Unterländer zeigten in den letzten Spielen lange vermisste Offensivqualitäten.

Für Trainer Roland Springinsfeld ist der Aufschwung Kopfsache: „Wir hatten uns im Grunde damit abgefunden, dass wir schon abgestiegen sind, damit ist eine große Last von uns abgefallen.“ Der Auswärtssieg bei den „Blues“ in Kematen sei dann so etwas wie eine Initialzündung gewesen. Die zurückliegende englische Doppelrunde hatte der Kirchdorfer prophetisch als „Woche der Wahrheit“ bezeichnet – mit zwei Kantersiegen machten die St. Johanner das Maximum daraus. „Von Spiel zu Spiel steigt das Selbstvertrauen, auf einmal geht alles wieder leichter“, weiß der 44-Jährige nur zu gut um die mentale Komponente im Fußball.

Am nächsten Wochenende muss St. Johann nach Zirl, aber auch Silz/Mötz (Reichenau auswärts) und Zams (SVI daheim) haben keine leichten Aufgaben. „Wir schauen nur auf uns, Zirl wird schwer genug“, bleibt Springinsfeld konzentriert. Und am letzten Spieltag würde im Idealfall das Abstiegsendspiel gegen Silz/Mötz warten.

Für den gebürtigen St. Johanner ist der Abstiegskrimi unabhängig vom Ausgang das letzte Spiel: „Ich habe mich schon vor zwei Monaten entschieden, wieder in den Nachwuchsbereich zurückzukehren.“ Nachfolger wird Ex-Teamkollege und Freund Thomas Handle (aktuell Fieberbrunn): „Ich könnte mir keinen Besseren vorstellen.“

Den Wechsel auf der Trainerbank bereits vollzogen hat indes Imst. Während Jürgen Soraperra aufgrund gesundheitlicher Probleme im Sommer sein Amt zurücklegen wollte, entschied sich der Verein, schon jetzt den Wechsel zu vollziehen. Mit Thomas Schatz saß gegen Silz/Mötz ein alter Bekannter auf der Bank. „Am Mittwoch hat mich der Verein angerufen, ob ich aushelfen kann“, erklärte der Sportreferent der Stadt Imst seine Rückkehr, die wohl nur drei Spiele andauern wird. „Ich gehe davon aus, dass danach Schluss ist, weil es rationell betrachtet untragbar wäre“, meinte der vielbeschäftigte Selbstständige und ließ sich dennoch ein Hintertürchen offen ...