Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.06.2018


Sky Alps Hockey League

Große Eishockey-Ziele in der kleinen Gamsstadt

Eine Partnerschaft mit „Monopoly“, eine Mannschaft, die schön langsam Form annimmt, und ein klares Ziel – beim EC Kitzbühel tut sich was.

© EC KitzbühelMr. Monopoly fixierte die Partnerschaft mit Kitzbühel-Präsident Volker Zeh (links). Auch Adler-Maskottchen Horsti und Nachwuchsleiter Gerhard Eilenberge­r (rechts) freuten sich mit.



Von Tobias Waidhofer

Kitzbühel – Anfang Mai tourte ein Mann mit übergroßem Zylinder, weißem Schnauzbart und Anzug durch die Gamsstadt. Sein Name? Rich Uncle Pennybags – oder kurz gesagt Mr. Monopoly. Das Maskottchen des bekanntesten Spiels der Welt weilte aber nicht nur zu Werbezwecken – die limitierte Kitzbühel-Edition des Spiels erscheint im Oktober – in Tirol. Per Handschlag mit Präsident Volker Zeh wurde außerdem eine Partnerschaft mit den Kitzbüheler Eishockey-­Adlern fixiert.

„Unser Nachwuchs wird künftig in Monopoly-Dressen auflaufen“, erzählte der umtriebige Präsident Zeh. Auch der Verkaufserlös der Spezial-Edition würde zu einem Teil dem Nachwuchs zugutekommen. „Eine tolle Sache“, schwärmte der Schwabe, der sich die Nachwuchsarbeit ganz oben aufs Revers geheftet hat. „Wir haben über 70 Jugendliche in verschiedenen Mannschaften, einen hauptberuflichen Jugendtrainer verpflichtet, und wollen in die Schulen reingehen“, gab der deutsche Geschäftsmann Einblick in seine Pläne.

Und auch was die Kampfmannschaft der Adler in der zweithöchsten Eishockey-Liga Österreichs betrifft, laufen die Planungen längst auf Hochtouren. Kaum ein Tag verging in den letzten Wochen, an dem die Kitzbüheler nicht eine neue Personalie bekanntgaben. „Wir sind schon ganz gut aufgestellt, haben einen guten Mix aus Erfahrenen und Jungen sowie Einheimischen und Legionären“, begann der Wahl-Mallorquiner. „Aber wir brauchen noch einen Stürmer, einen echten Scorer.“

Die Fühler wurden dabei auch nach Übersee ausgestreckt – ein kanadischer Offensivmann könnte bald in der Gamsstadt anheuern.

Der Blick zur Konkurrenz weist den Gamsstädtern, die die vergangene Saison der Sky Alps Hockey League unter 17 Teams auf Platz 13 beendet hatten, aber auch eine gewiss­e Underdog-Rolle zu.

„Wenn ich sehe, wie die anderen Teams in der AHL aufrüsten – mein lieber Scholli“, zeigt Zeh Respekt. Da könn­e man nur mit Qualität dagegenhalten: „Ich will Teamgeist sehen. Egoisten werden es bei mir schwer haben“, fordert der Schwabe, dessen Ehrgeiz sich auch am Eis widerspiegeln soll.

Eine gewisse Professionalität sei selbstverständlich: „Die Zeiten, in denen es geheißen hat: ,Jetzt gehen wir einmal ins Londoner (Lokal in Kitzbühel, Anm.)‘, sind vorbei. Sonst bin ich der falsche Mann. Wer nicht funktioniert, wird ausgetauscht.“ Ziel seien die Top acht (die besten zwölf schaffen es ins Pre-Play-off, Anm.). „Das ist das Minimum für die Sportstadt Kitzbühel, das sind wir ihr schuldig.“ Das wissen auch Trainer Tomas Martinec und der Sportliche Leiter Michael Widmoser. Beim Monopoly ist es das Ziel, ein Imperium aufzubauen. Bei der Kitzbühel-Edition des Brettspiels wird man auch die Eishalle kaufen können. Und deren Aktie scheint im Steigen – die Ambitionen rund um Präsident Zeh sind jedenfalls groß.