Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 23.07.2018


Football

Swarco Raiders bejubelten ihr magisches Triple

Die Footballer der Swarco Raiders verpassten einer schon außergewöhnlichen Saison mit dem Meistertitel noch das Tüpfelchen auf dem i und bestätigen damit eine seit Jahren außergewöhnliche Arbeit.

© Markus StiegDie Raiders-Familie rund um Präsidentin Elisabeth Swarovski (M.) und Trainer Shuan Fatah bejubelte den dritten Saisontitel.



Von Daniel Suckert und Alois Moser

Innsbruck — Ja, es sind Amateure am Werk beim Tiroler Vorzeigeclub Swarco Raiders. Und trotzdem liefert der Verein seit Jahren eine professionelle Arbeit ab, bei dem jedes Rädchen erfolgreich ins andere greift. Heuer belohnte man sich mit einem historischen Triple-Gewinn (CEFL, League of Champions, AFL-Meistertitel) — im Moment des wohl größten Erfolgs blieb man trotzdem bodenständig.

„Ich würde nicht sagen, dass es der größte Erfolg der Vereinsgeschichte ist", begann General Manager Gerwin Wichmann am Tag danach auf der Rückfahrt auszuholen. „Dafür sind die internationalen Bewerbe nicht über einen Eurobowl zu stellen, aber das Triple steht auf einer Stufe damit."

Ausgerechnet mit dem letzten Angriff konnten die Tiroler den fünften Meistertitel fixieren. Vor 5100 Zuschauern war es Ex-Bundesliga-Fußballer Thomas Pichlmann, der im entscheidenden Moment die Nerven behielt, den Kick zum 51:48 verwandelte und damit mit insgesamt 99 Punkten für das höchste Endspiel-Ergebnis überhaupt sorgte. „Ich war sehr nervös", gestand der Matchwinner anschließend: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Im Fußball hat man ja sogar beim Elfmeter immer noch den Goalie vor sich, aber hier gab es nur noch die Stangen und mich. Umso schöner, dass es geklappt hat."

Das freute natürlich auch Trainerfuchs Shuan Fata­h, dessen Spielplan damit voll aufging: „Wir haben am Schluss bewusst viel Zeit von der Uhr genommen und alles auf dieses Fieldgoal gesetzt. Und Thomas ist einfach ein Knipser, zu dem haben wir absolutes Vertrauen." Neben dem finalen Fieldgoal hob Defensivverfechter Fatah („Das war eigentlich kein Finale für mich") auch die Interception von Vincent Müller und eine Szene hervor, als sich die Vikings mit einem Fieldgoal begnügen mussten: „Das waren zwei Schlüsselszenen."

Der Raiders-Höhenflug ist nicht zuletzt dem seit 2011 in der Coachingzone regierenden Fatah anzuheften. Der Berliner, der mit Wissen und Fachkompetenz in all den Jahren den Spagat zwischen den Ansprüchen und den nicht immer überragenden Möglichkeiten meisterte. Denn im Gegensatz zu Finalgegner Wien hat man kein adäquates Trainingsgelände oder ein Einzugsgebiet, in dem man nach Belieben neue Spieler rekrutieren kann.

Fatah, Manager Wichmann und natürlich die tatkräftige Unterstützung von Präsidentin Elisabeth Swarovski haben den 1992 gegründeten Club permanent rund um die Spitze tanzen lassen. Einmal mit Titelgewinn, einmal ohne, aber stets mit dem Anspruch, in jedem Endspiel zu stehen. „Ich glaube, dadurch, dass wir alle paar Jahre einen Umbruch im Team haben und viele Junge nach oben ziehen müssen, hält uns das alle so hungrig", versuchte Wichmann das Erfolgspaket zu beschreiben. „Es gibt keinen Moment des Rastens."

Nur in einem Punkt widersprach Fatah seinem General Manager. Mit einem Lächeln meinte der Familienvater: „Für mich ist es sicher der wohl größte Triumph der Raiders-­Geschichte. Schließlich gab es noch nie die Chanc­e auf drei Titel. Und die haben wir uns alle geholt."