Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.07.2018


Football

Mehr als gewinnen können die Raiders nicht

Erst die Austrian Bowl, bald der EM-Titel? Die Swarco Raiders können mit ihrem Siegeszug das Innsbrucker Stadionprojekt vorantreiben.

© gepaDer Moment der Wahrheit - Thomas Pichlmann versenkte das Eierlaberl.



Von Florian Madl

Innsbruck – „Im Football gibt es keine Ausrede“, umriss Thomas Pichlmann den Unterschied zwischen einem Elfmeter in seiner sportlichen Heimat Fußball und einem Field-Goal-Versuch. Bekanntlich hatte der 37-Jährige am Samstag das Eierlaberl aus weit über 30 Metern zwischen den zwei Stangen untergebracht und damit seinen Swarco Raiders die Austrian Bowl beschert. „Beim Feiern stehen sich Fußballer und Footballer um nichts nach“, bekannte der in Götzens heimische Niederösterreicher im Anschluss. Nun will das der zweifache Fußball-Nationalspieler auch bei der Football-EM tun, seinen Wiener Kollegen könnte „Pichi“ im Rennen um einen Kaderplatz ausgestochen haben. Und dann geht es nach Götzens, wo der ehemalige Wacker-Torschützenkönig den Aufstieg anpeilt. „Etwas anderes will ich mir nicht vorstellen.“

Viel können sich indes die Swarco Raiders vorstellen, die nach dem Titel erst einmal „durchschnaufen“ wollen. Das stellte jedenfalls Manager Gerwin Wichmann in den Raum, als gestern die Rede auf neue Ziele kam. Die gäbe es immer, seien im Moment aber nicht vordergründig. Besonders für Quarterback Sean Shelton gilt das, denn der gibt demnächst seiner Tiroler Verlobten das Jawort.

Ein wenig verhaltener fällt die Reaktion des Managers aus, wenn es um das Trainingszentrum seiner Raiders in Innsbruck geht, die Heimstätte für 300 (Flag-)Footballer und Cheerleader hinter dem Tivoli-Stadion. Die Sommerpause brachte die Bemühungen ins Stocken:

Die Finanzzusage des Bundes steht, Stadt und Land sollten Übereinkunft erzielt haben, aber noch lässt der Spatenstich für das 5,5 Millionen Euro teure Schmuckstück auf sich warten. Wie lange? „Ich hoffe auf den Baubeginn im Herbst“, bekannte der Manager, klang dabei aber noch nicht zuversichtlich. Dabei habe man sich erst kürzlich die Kalkulation bestätigen lassen.

Die EM in Finnland (29.7.–4.8.) mit gut einem Dutzend Raiders-Spieler könnte für frischen Wind sorgen, ein EM-Titel wäre Wasser auf den Mühlen. Viel mehr können Trainer Shuan Fatah und sein Team wirklich nicht tun, um dieses Projekt voranzutreiben. Im Football wie im Leben gibt es keine Ausreden.