Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.08.2018


Golf

Verwechslung stiftete Verwirrung

Nicht Clemens Prader, sondern Clemens Gaster spielt bei der Team-Golf-EM.

© gepaDie Iglerin Christine Wolf musste gestern mit ihrer Kollegin Sarah Schober gegen Finnland eine Niederlage bei der EM hinnehmen.



Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Die Verwirrung ist groß. Der Kitzbüheler Golfer Clemens Prader schien auf der Liste der Teilnehmer für die European Championships auf – einem neuen Format im Rahmen des Multisport-events rund um Glasgow. Der 39-Jährige wusste allerdings nichts von seiner Nominierung für den Mixed-Bewerb am Samstag in Gleneagles. Er spielt derzeit die Leipzig Golf Open (Pro Golf Tour). Der österreichische Golfverband (ÖGV) bestätigte hingegen Praders Start in Gleneagles, die TT berichtete.

Gestern folgte die Auflösung. Eine Verwechslung war die Ursache für die Verwirrung. Nicht Clemens Prader, sondern Clemens Gaster aus Wienersdorf (NÖ) wird am Samstag in Schottland antreten. „So, jetzt haben wir den Fehler. Er lag bei der Europea­n Tour“, schnaufte Niki Zitny, ÖGV-Sportdirektor, gestern durch.

Weil sich kein Österreicher für das Herren-Team über die Weltrangliste qualifiziert hatte, durften sich die Spieler selbst für den Mixed-Bewerb anmelden – als Wildcard-Partner für die qualifizierten Damen Christine Wolf und Sarah Schober. Der 25-jährige Gaster gab an, spielen zu wollen. Die PGA European Tour, die nur als Vermittler auftritt, weil die Golf-Championships von einer Agentur veranstaltet werden, gab allerdings den Namen des Tirolers als Starter an. „Prader war einst Challenge-Tour-Spieler, vermutlich war er der erste Clemens, der in deren Liste aufgetaucht ist“, glaubt Zitny. Auch ihm und dem ÖGV seien lediglich die Namen übermittelt worden. Der Verantwortliche der European Tour, Fredrik Lindgren, hätte sich gestern jedenfalls „tausendmal für den Fehler entschuldigt“, sagte Österreichs Sportdirektor.

So treten nun also Gaster und der ohne Verwirrungen nominierte Bernard Neumayer am Samstag mit Österreichs Damen an, die gestern am ersten Spieltag dem finnischen Team unterlagen. Die Iglerin Christine Wolf hatte mit Sarah Schober einen mäßigen Start. Damit ist der Aufstieg aus eigener Kraft nicht mehr möglich.

Nicht nur die Verwirrung um die Nominierung für den Mixed-Bewerb zeigt, dass das neue Format der European Team-Championships nicht restlos überzeugt: Durch den Matchplay-Modus lässt sich die Spieldauer nicht vorhersagen, wie es aber vom TV-Vermarkter gewünscht wird. Noch dazu kollidiert man terminlich ausgerechnet mit einem Golf-Höhepunkt, der PGA-Championship, einem der vier Major-Turniere.