Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.08.2018


Sport in Tirol

Kleiner Japaner ganz groß: Aus für Erler in Innsbruck

© KristenEndstation Halbfinale: Der Kufsteiner Alexander Erler unterlag dem Japaner Yuta Shimizu nach 58 Minuten glatt 0:6, 2:6.Foto: kristen-images.com



Innsbruck — Er kam, um zu lernen. Um auf Sandplätzen in Österreich Erfahrung zu sammeln, weil in Japan meistens auf Hartplätzen trainiert wird. Yuta Shimizu, 19 Jahre jung, hatte sich schnell an die anderen Verhältnisse gewöhnt. Er eroberte bei den Future-Turnieren in St. Pölten und Vogau jeweils einen Platz im Halbfinale, in Innsbruck steht der nur 1,63 Meter kleine Shimizu heute sogar im Endspiel. Dabei fegte er auf der IEV-Anlage wie ein Wirbelwind durchs Viertelfinale (gegen Jonas Trinker 6:3, 6:0) und am Freitag auch durch die Vorschlussrunde.

Shimizu erteilte Tirols Endspiel-Hoffnung Alexander Erler beim 6:0, 6:2-Sieg in exakt 58 Minuten eine wahre Lehrstunde — spielerisch und taktisch. Dabei sprach nur der tiefe Boden für den Spross einer Tennis-Akademie. Körperliche Größe, der Aufschlag und die größere Reichweite sprachen für Erler. Der Tiroler kassierte aber insgesamt sechs Breaks, brachte im ersten Durchgang nicht ein einziges Service durch und wusste kein Rezept, um Shimizu aus dem Rhythmus zu bringen. Nur einmal, beim 0:6, 0:3-Rückstand, änderte Erler sein Spiel, versuchte mit Stopp-Bällen den Rhythmus von Shimizu zu brechen. Der konterte, verwertete den ersten Matchball bzw. Erler ballerte symptomatisch ins Out.

„Die äußeren Verhältnisse sprachen nicht für mich, ich habe aber teilweise auch falsch gespielt", erklärte Erler die glatte Niederlage, zog aber mit dem Erreichen des Semifinales und Doppel-Endspiels eine zufriedene Innsbruck-Bilanz. Im heutigen Einzel-Finale (11 Uhr) trifft Shimizu auf den 27-jährigen Alessandro Petrone, der Mariano Kes­telboim (ARG) nach 3:38 Stunden ausschaltete. (r. u.)




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