Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.09.2018


Osttirol

Dolomitenmann: Mit voller Kraft ins vierte Jahrzehnt

Am 8. September starten in Lienz zum 31. Mal die „Dolomitenmänner“. Dabei sind Polizisten, ein Kanute mit Behinderung und Alban Lakata.

© Red BullKajakfahren ist die vierte und letzte Disziplin beim Dolomitenmann. Die Kanuten laufen mit ihrem Boot ins Ziel am Lienzer Hauptplatz.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Aus einer Familienunternehmung ist ein weltweit bekannter Profi-Event geworden. So beschreibt Dolomitenmann-Erfinder Werner Grissmann seinen Extremsportbewerb, der laut Eigendefinition nur für „die Härtesten unter der Sonne“ geeignet ist. Am Samstag, den 8. September, findet der Dolomitenmann bereits zum 31. Mal statt. Werner Grissmann hat das Zepter an Sohn Niki übergeben. Und der freut sich schon auf den Bewerbstag mit den 128 teilnehmenden Viererteams.

Nach dem Start am Lienzer Hauptplatz um zehn Uhr haben die „Härtesten unter der Sonne“ so einiges zu bewältigen. Auf die Bergläufer warten zwölf Kilometer Laufstrecke über 2000 Höhenmeter, die Paragleiter müssen nach einem Start im hochalpinen Gelände den Talboden überqueren. Dann übernehmen die Mountainbiker und wagen sich an eine Strecke mit 26 Prozent Durchschnittsgefälle. Die Kanuten schließlich starten mit einem Sieben-Meter-Sprung von einer Brücke in die Drau, bevor sie von der Anlegestelle samt Kajak zum Ziel am Hauptplatz laufen.

Zujubeln erwünscht

Hotspots. Die Veranstalter des Dolomitenmanns empfehlen elf Plätze, die sich gut zum Zuschauen und Zujubeln eignen. Start und Ziel befinden sich am Lienzer Hauptplatz.

Die Läufer sind am Goggsteig und am Kühbodentörl gut zu sehen, die Paragleiter auf der Moosalm oder im Dolomitenstadion.

Biker passieren Moosalm und Hochsteinhütte, die Kanuten das Kraftwerk Amlach und die Tiroler Brücke.

Fußläufig. Alle Hotspots sind mit Rad, Lift oder zu Fuß erreichbar.

Für die Radler gibt es eine Neuerung, erzählt Niki Grissmann: „Beim heurigen Dolomitenmann fahren die Biker erstmals über den Alban-Lakata-Trail.“ Die Downhillstrecke am Hochstein ist nach Osttirols bekanntestem Mountainbiker benannt. Lakata selbst startet für das Red-Bull-Team. Als seine größten Konkurrenten gelten Tony Longo (Italien) und Kristian Hynek (Tschechien).

Athleten aus 16 Nationen sind heuer dabei, darunter erstmals ein Team der Tiroler Polizei namens „Police Power Tyrol“. Christian Jaufenthaler vertritt die Osttiroler Exekutive als Kanute. Auch einen anderen Kanuten will Grissmann hervorheben: Markus „Mendy“ Swoboda. „Er ist doppelt Unterschenkel-amputiert, nimmt es aber dennoch auf sich, mit dem Kajak ins Ziel zu laufen.“ Im Berg-lauf können sich der Kenianer Geoffrey Ndungu oder der Amerikaner Joseph Gray gute Chancen ausrechnen, bei den Paragleitern sind es Christian Maurer (Schweiz) und Aaron Durogati (Italien), meint Niki Grissmann.

Am Vorabend des Dolomitenmanns tritt ab 19 Uhr die Gruppe Insane Mess am Lienzer Hauptplatz auf. Am Bewerbstag selbst ist nach der Siegerehrung um 19 Uhr die Band Folkshilfe zu hören.