Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.10.2018


Radsport

Wechsel auf die Straße: Neo-Profi Federspiel plant Großes

Das große Ziel heißt Straßenrad-WM 2019 in Yorkshire: Mit 31 Jahren wagt der Imster Daniel Federspiel den Umstieg aufs Rennrad.

Nach zwei Mountainbike-WM-Titeln wechselt Daniel Federspiel zum Straßenrad-Profi.

© FederspielNach zwei Mountainbike-WM-Titeln wechselt Daniel Federspiel zum Straßenrad-Profi.



Von Roman Stelzl

Imst – Der 285 Kilometer lange Rad-WM-Kurs durch das britische Yorkshire hat es Daniel Federspiel angetan. „Das ist was für Sprinter. Da will ich dabei sein, das ist mein großes Ziel“, sagt der ehrgeizige Imster mit einem breiten Grinsen. Der Doppel-Weltmeister im Mountainbike-Eliminator hat Lunte gerochen – und zugleich hat er seinen seit Jahren schlummernden Plan endlich aus der Schublade gekramt.

Federspiel wird im Jahr 2019 die dicken Reifen ruhen lassen und auf das Straßenrennrad wechseln. Der neue Arbeitgeber des 31-jährigen Quereinsteigers ist eines der beiden österreichischen Teams, das in die engere Auswahl kam, vorerst aber noch nicht genannt wird. „Mich reizt das so sehr, ich muss das jetzt einfach versuchen. Wir werden sehen, wie schnell ich den Einstieg schaffe und welche Rennen ich fahre“, meinte der gelernte Tischler, der seinen Job als Hausmeister mit weniger Stunden weiter ausüben will.

Wie groß die Chancen wirklich sind, das überaus ambitionierte Ziel einer WM-Teilnahme bereits 2019 zu verwirklichen? Das wird sich in den ersten Rennen zeigen. Bis dato ist Federspiels Ausbeute auf den schmalen Reifen jedenfalls bescheiden: Heuer schaffte es der für das Union Raiffeisen Radteam Tirol startende Fahrer bei der Oberösterreich-Rundfahrt auf Rang 22 – im Vorjahr schaffte es Federspiel, der 2008 schon für das Tirol Cycling Team auf der Straße fuhr, bei der Premiere des Ötztal Pro 5500 nicht einmal innerhalb der Karenzzeit bis zum Kühtai, dem ersten der vier Pässe.

Das soll alles Schnee von gestern sein. Der einst so muskulöse Sprinter verlor Kilo um Kilo, um auf längeren Distanzen zu brillieren. „Von den Zeiten her bin ich beim Ötztaler Radmarathon nun bei den Besten dran. Ich glaube, dass ich diese Chance nutzen muss“, erklärte Federspiel, der die technischen Voraussetzungen vom Mountainbike ähnlich gut auf die Straße bringen will wie Hermann Pernsteiner (Ö-Tour-Zweiter) oder Peter Sagan (Dreifach-Straßen-Weltmeister und Junioren-Mountainbike-Weltmeister).

Der Abschied vom Eliminator bekam zuletzt einen bitteren Beigeschmack: Auf die WM im November in China verzichtete Federspiel, weil Österreichs Verband (ÖRV) die Unterstützung versagte. Nun gilt es auf schmalen Reifen zu brillieren. Federspiel: „Und die Chance dazu habe ich nur noch jetzt.“