Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 31.10.2018


Sport in Tirol

Tiroler Sportforum: Wie bewerbe ich meinen Sport?

Medien-Experten gingen der Frage nach, wie Sportarten nach außen gehen können. Auch das Thema E-Sport wurde bei der Diskussion behandelt.

© Tisport120 Gäste lauschten den Ausführungen. Am Podium: Helmut Krieghofer (ORF), Florian Madl (TT-Sportchef), Walther Prüller (Chefredakteur Tiroler Krone), Michael Kuhn (Ex-Sportchef ORF, Krone), Hans Peter Trost (ORF-Sportchef), Elmar Oberhauser (ORF).



Von Florian Madl

Innsbruck – „Was muss ich tun, um mediale Aufmerksamkeit zu bekommen?“ Eine spannende und nicht in einem Satz zu beantwortende Frage, der sich kürzlich fünf Diskussionsteilnehmer im Rahmen einer Podiumsdiskussion stellten. Der ehemalige ORF-Anchorman Elmar Oberhauser sparte bei dieser Initiative der Tisport, der Vereinigung von Tirols Sportfachverbänden, nicht mit launigen Einwürfen. „Wenn ihr was wollt, müsst ihr etwas dafür tun“, leitete der Vorarlberger die Veranstaltung im ORF-Landesstudio Tirol ein.

Michael Kuhn, lange Zeit eine Größe in der Sportjournalisten-Zunft, ließ mit einer Vermutung aufhorchen: „Der E-Sport wird künftig noch von großer Bedeutung sein.“ Nicht, dass der 81-Jährige selbst ein Anhänger dieses Trends sei, der mittlerweile große Hallen füllt und der in der Vermarktung neue Dimensionen erreicht. „Aber entziehen können werden wir uns diesem Trend nicht.“

Ein Ausblick, doch die Leute im Zuschauerraum interessierte viel mehr die Gegenwart, in der sie ihre Leidenschaft medial gut untergebracht wissen wollen. Zu den 120 Gästen gehörten großteils Sportfunktionäre, die ehrenamtlich ihrer Passion nachgehen. Und so mancher wie Hypo-Alpenvolleys-Chef Hannes Kronthaler sparte nicht mit Kritik an der seiner Meinung nach überkommenen Bewertung der Medien: „In Tirol steht der FC Wacker immer vorne, die anderen lokalen Vereine dürfen sich den kleinen Rest aufteilen. Das war auch so, als wir in der Champions League spielten.“

Zwei Welten prallen hier aufeinander, wie in einer munteren Diskussion offensichtlich wurde: der Wunsch der Sportverbände, ihre Szene möglichst öffentlichkeitswirksam unterzubringen, und der Wunsch der Medienleute, Faktoren wie Begeisterung oder Zuschauerzuspruch in Einklang mit den Beiträgen zu bringen. Ergebnislos blieb er nicht, der Abend: Kontaktdaten wurden ausgetauscht, Gespräche vereinbart und eine baldige Medienschulung für Funktionäre in Aussicht gestellt.