Letztes Update am Do, 06.12.2018 08:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tischtennis

Ärger nach Prügelei: TI geht mit Protest gegen Verband vor

Im Tischtennis hängt der Haussegen schief: TI-Leiter Karaagac kritisiert Entscheidung in Österreichs Verband und fordert die Sperre eines Spielers.

© Michael KristenUrsprung des Ärgers ist der Fall rund um TI-Spieler Christoph Mair, der im Vorjahr wegen eines Schubsers für drei Spiele gesperrt wurde.



Von Roman Stelzl

Innsbruck – 4:2-Erfolg gegen Wiener Neustadt hin oder her – bei der Turnerschaft Innsbruck gehen nach dem wichtigen Heimsieg am Wochenende in der Tischtennis-Bundesliga die Emotionen hoch. „Wir können viele Entscheidungen im österreichischen Verband nicht nachvollziehen. Hier wird zu oft mit zweierlei Maß gemessen. Es wirkt so, als würde der ÖTTV für jede Regel eine Hintertür finden – und wir sind immer die Benachteiligten“, erklärt TI-Sektionsleiter Hüseyin Karaagac.

Der Grund für die erhitzten Gemüter ist eine ganze Ansammlung „undurchsichtiger Entscheidungen“ – das Fass zum Überlaufen brachte jüngst ein Vorfall, der das Bundesliga-Duell am Sonntag gegen den Badener AC maßgeblich bestimmt: Vor wenigen Wochen kam es zwischen Baden-Spieler Andreas Levenko und Wiener-Neustadt-Spieler Alexander Chen zu einem „Spaßkampf“, wie Baden-Obmann Andreas Meixner sagt. Das ganze passierte im Training, abseits des Bundesliga-Betriebs. Dort sollen sich die beiden ähnlich ihren Wrestling-Vorbildern geprügelt haben – mit der Folge, dass sich Chen die Seitenbänder riss und pausieren muss.

„Da wird alles runtergespielt. Dass Levenko gegen uns spielen darf, ist lächerlich“, sagt TI-Leiter Karaagac. „Es passierte zwar im Training, aber es hat sehr wohl Einfluss auf die Bundesliga.“ Deshalb legt die TI beim ÖTTV gegen den Einsatz des 20-Jährigen am Sonntag Protest ein.

Die Niederösterreicher lässt das kalt. „Wir haben da nichts zu befürchten. Es soll einen Denkzettel geben für Chen und Levenko, aber das hat mit der Bundesliga nichts zu tun. Da wird nur etwas hochgekocht“, erklärt Meixner.

Doch mehr noch als der Vorfall selbst verärgert der Rattenschwanz, der daran hängt: Nach der Levenko-Aktion und der Chen-Verletzung fand Wiener Neustadt Ersatz in Abdulaziz Alabbad (SAU). Doch dieser Deal ist ohne Ausnahmeregelung nicht legitim – deshalb legte die TI vor dem Sieg gegen Wiener Neustadt Protest ein, eine Entscheidung über eine Strafverifizierung steht aus.

Wie auch immer die beiden Proteste behandelt werden – der Haussegen hängt schief. Und das schon seit letzter Saison: Eine damalige Spielverschiebung gegen Wiener Neudorf (vier statt 28 Tage vorher) macht noch immer Bauchweh. Weniger als der Fall von TI-Spieler Christoph Mair, der nach einem Rempler neben 1000 Euro Strafe für drei Spiele gesperrt wurde. „Wir wollen, dass der Fall Levenko jetzt so behandelt wird“, sagt Karaagac und ergänzt: „Uns ist nur wichtig, dass für alle die gleichen Regeln gelten.“