Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.12.2018


UPC-Nachwuchscup

Beim Torjubel werden nicht nur Stars imitiert

Der 34. UPC-Nachwuchscup der Union lockt auch heuer wieder 120 Mannschaften in die Leitgebhalle und in die Sporthalle Hötting West.

Die Union traf auf die Alterskollegen des FC Obermals.

© Rudy De MoorDie Union traf auf die Alterskollegen des FC Obermals.



Von Manuel Lutz

Innsbruck – Mit einem Übersteiger wird der Verteidiger elegant verladen, die letzte Hürde ist der gegnerische Schlussmann. Von der Bande ruft ein nervöser Trainer: „Hau die Kugel rein!“ Gekonnt spielt der Stürmer im blauen Trikot den Torhüter aus und drückt das Leder über die Linie. Der Torjubel in der Folge ist gleich spektakulär einstudiert. In den Fokus rücken dabei die wohl neuen Hallenschuhe, die möglicherweise das Christkind rechtzeitig für den 34. UPC-Nachwuchscup unter den Weihnachtsbaum gelegt hat.

Auch heuer ist die Leitgebhalle und die Sporthalle Hötting West wieder Schauplatz des größten Hallenfußball-Nachwuchsturniers Westösterreichs. Die 120 Mannschaften und damit 2000 Nachwuchskicker sind für die Union-Familie rund um Organisationsleiter Wolfgang Weiler kein Stolperstein: „Ich mach’ es nun seit 24 Jahren, da hat man genug Erfahrung gesammelt. Angefangen haben wir mit 16 Mannschaften.“ Was sich im Vergleich zu früher verändert hat? „Es ist nicht mehr so aggressiv. Die Eltern haben sich gebessert und sorgen für Stimmung.“ Während der fünf Turniertage stehen Weiler 100 fleißige Helfer zur Verfügung, die den Stars von übermorgen einen reibungslosen Ablauf ermöglichen wollen.

Banden-Zauber bei der U12 – der Zidane-Trick wurde gezeigt.
Banden-Zauber bei der U12 – der Zidane-Trick wurde gezeigt.
- Rudy De Moor

Einzig das Warten bis zum Turnier-Anpfiff kann den Kindern nicht abgenommen werden. Die Mutter des kleinen Alexander beschreibt es als „ähnliche Geduldsprobe wie jene auf das Christkind“. Einen Treffer bejubelt der Aldrans-Kicker mit einer Pirouette – wie Idol Cristiano Ronaldo. Sein Mitspieler Letu hat sich dabei etwas anderes ausgedacht: Daumen und Zeigefinger werden gespreizt und im Anschluss wird die Hand wie eine Maske vor die Oberlippe gehalten. Inspiriert wurde der Achtjährige von einem Familienmitglied, wie er schüchtern erklärt: „Es gibt ein Bild von meinem Cousin, wie er in dieser Haltung im Babystuhl sitzt. Da hab’ ich mir gedacht: So mach’ ich es.“

Andreas Nigg, der die Leitung in der Leitgebhalle inne hat, erlebte eine negative Überraschung: „Eine Mannschaft ist nach der Gruppenphase abgereist, ohne etwas zu sagen. Ärgerlich, so stand das eine Team am Feld und der Gegner fehlte.“

Die Trainer sind sowohl bei der Einwechslung, ...
Die Trainer sind sowohl bei der Einwechslung, ...
- Vanessa Rachlé

Tiefe Sorgenfalten bekommt Weiler bei anderen Ereignissen: „Eine Verletzung ist das Schlimmste.“ Als ein Vils-Spieler nach einem Zweikampf mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen bleibt, eilt sofort sein Trainer auf das Parkett. Auf dem Weg hinaus reicht der Coach seinem Schützling Arnica-Globuli – die Heilung sollte nicht lange dauern: „Die Kügelchen helfen. Das ist reine Kopfsache.“

Lob gibt es von allen Seiten. Die zahlreichen Eltern aus Obermais (Südtirol) nehmen gerne die knapp zweistündige Fahrt in Kauf: „Es ist alles so toll organisiert.“ Auch SVI-Betreuer Wolfgang Grosch kennt den Stellenwert des Cups: „Es ist nicht irgendein Hallenturnier, die Kinder freuen sich immer darauf.“ Musik in den Ohren von Weiler – der weiter zur Siegerehrung muss. Den Pokal stemmten gestern die Veldidena (U9) und Sterzing (U12) in die Luft. Bestes Tiroler U12-Team war der SVI.

... als auch bei Verletzungen gefragt.
... als auch bei Verletzungen gefragt.
- Rudy De Moor