Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.01.2019


Osttirol

Sturzfahrt auf dem Downhill-Bike am Hochsteinhang

Morgen wird die Weltcup-Strecke der Damen in Lienz zu einer Rennbahn der besonderen Art. In halsbrecherischem Tempo rasen 100 Athleten am Fahrrad ins Tal.

Mit halsbrecherischem Tempo jagen die Downhill-Cracks über die Damen-Weltcup-Piste am Hochstein ins Tal.

© LuggerMit halsbrecherischem Tempo jagen die Downhill-Cracks über die Damen-Weltcup-Piste am Hochstein ins Tal.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Großer Mut zeichnet jene gut einhundert jungen Frauen und Männer aus, die morgen von der Moosalm über die 2,5 Kilometer lange Damen-Weltcup-Piste zu Tal rasen. Auf ihren Downhill-Bikes, speziellen Fahrrädern für Bergabfahrten, nehmen sie die pickelhart präparierten Hänge mit einem Gefälle von bis zu 60 Prozent in Angriff. Spikes sind nur am Vorderrad erlaubt, dürfen nicht mehr als zwei Millimeter lang und müssen stumpf sein. Eine Schutzbekleidung mit Helm, Knie- und Rückenschützern ist Vorschrift. Jeder Teilnehmer muss einen Trainingslauf absolvieren, um die Strecke kennen zu lernen, das jedoch höchstens zweimal. Teilnehmen darf jeder. Nennungen sind auch morgen von 9 bis 11 Uhr im Zielhang noch möglich.

Veranstalter dieses Rennens mit dem Titel „Ride Hard on Snow“ ist der Verein Free Ride Osttirol, dem René Unterwurzacher als Begründer und Obmann vorsteht. Bereits zum achten Mal findet der Bewerb statt. „Nach dem Auftakt in Kartitsch war der Zuspruch bereits im zweiten Jahr dort so groß, dass wir nach Lienz übersiedelt sind“, berichtet Unterwurzacher. Die Lienzer Bergbahnen und der Tourismusverband hätten die jungen Wilden von Anfang an unterstützt. Immerhin werden auf der Abfahrtspiste und im Zielhang meterhohe Schneewächten aufgeschoben, die spektakuläre Sprünge ermöglichen.

„Weniger als die Hälfte aller Teilnehmer kommt aus Österreich“, weiß der Vereinsvorstand. Aus Slowenien, Deutschland, der Schweiz und Italien reisen die meisten Downhillbegeisterten (Cracks) an, um sich in Lienz im sportlichen Wettkampf mit ihren Kollegen zu messen. Schon im ersten Durchgang, der um 13.30 Uhr startet, müssen alle an ihre Grenzen gehen, denn nur die schnellsten 32 qualifizieren sich für das Finale, das ab 17.30 Uhr auf verkürzter Strecke bei Flutlicht ausgetragen wird. Im Zielraum findet auch die Siegerehrung statt, bevor ab 21 Uhr in der Rock Bar in Lienz die Aftershowparty losgeht.

Erwartet werden neben dem Weltklassefahrer Fabio Wibmer aus Kals auch Manuel Widmann aus Bad Goisern und der Deutsche Marc Ziegler. Natürlich fiebern heimische Vereinsmitglieder ebenso dem Rennen entgegen. Dazu zählen etwa Gabriel Wibmer, Sabrina Wibmer, Rafael Gomig und Stefan Mellitzer. Für Unterhaltung und das leibliche Wohl ist gesorgt.