Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Volleyball

Vertrag aufgelöst: Trainer Jensen muss den VCT verlassen

Paukenschlag in der Volleyball-Bundesliga der Damen: Der VC Tirol will nicht mehr mit Trainer Michael Jensen arbeiten - ein weiterer Wechsel.

Da war die Zukunft noch eine gemeinsame: VC-Tirol-Obfrau Therese Achammer und Trainer Michael Jensen beim Saisonstart 2017.

© KristenDa war die Zukunft noch eine gemeinsame: VC-Tirol-Obfrau Therese Achammer und Trainer Michael Jensen beim Saisonstart 2017.



Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck — „Wir haben den Vertrag aufgelöst. Michael wird uns mit Saisonende verlassen", sagt Therese Achammer und ergänzt: „Das war keine Entscheidung der Frau Achammer, sondern des gesamten Vorstandes." Der Entschluss sei bereits im Februar gefallen, die Spielerinnen seien schon informiert.

Die Saison sei ernüchternd verlaufen, erklärt die Obfrau, Am Wochenende war der VCT im AVL-Viertelfinale gegen Sokol/Post Wien ausgeschieden und spielt nun Anfang April um Platz fünf gegen Salzburg. Platz vier wäre allemal drin gewesen. „Dass wir überhaupt in die Play-offs gekommen sind, da war auch schon viel Glück dabei."

Noch im Herbst hatte man den Vertrag mit dem im Sommer 2017 engagierten Dänen um zwei Jahre verlängert, jetzt ist aber vorzeitig Schluss. „Die Spielerinnen haben zwar kraftmäßig zugelegt, hätten sich aber sonst stärker entwickeln müssen. Wir sahen keine gemeinsame Zukunft mehr", kritisiert die 76-Jährige. Auch sonst hätte sich der Trainer nicht helfen lassen wollen. „Manchmal hatte ich den Eindruck, er sei überfordert", sagt Achammer.

Der 37-jährige Jensen nimmt die Vertragsauflösung nüchtern hin: „Für mich war es keine Überraschung. Es ist die beste Lösung für alle." Wenn nicht alle die gleichen Vorstellungen von der Zukunft hätten, müsse man sich eben trennen, „dann ist das wohl besser so". Selbst Ach­ammers Kritik prallt an ihm ab — zumindest offiziell: „Wenn sie das so sieht ... Jeder hat seine eigene Meinung." Die Leute, die Entscheidungen zu treffen hätten, sollten dies schlussendlich auch tun, dazu seien sie da: „Und es bringt ja jetzt nichts, Dinge öffentlich zu besprechen." Sein Plan sei es aber schon gewesen, länger in Innsbruck zu bleiben. „Ich habe mich gut eingelebt und mich hier sehr wohl gefühlt." Die restliche Saison wird Jensen jedenfalls noch an der Linie stehen, an diesem Wochenende etwa die U19-Mannschaft beim österreichischen Finale in Wien betreuen, ebenso das Landesliga- und in den letzten Spielen gegen Salzburg das Bundesliga-Team.

Mit dem Dänen verlässt der nunmehr dritte Mann innerhalb von fünf Saisonen den VC Tirol. „Beim Fußball muss der Trainer auch gehen, wenn es nicht mehr läuft", wehrt sich Achammer. Über die Vorgänger Martin Peiske (43 Tage, Herbst 2015) und Jean-Michel Roche (Herbst 2016 bis Februar 2017) findet sie kaum gute Worte: „Man kann in die Menschen halt nicht hineinschauen." Für Jensen dann aber schon: „Ich will ihn jetzt nicht als Buhmann hinstellen. Er hat sich stets bemüht, aber eben nicht das erreicht, was er sollte."




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