Letztes Update am Di, 02.04.2019 14:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klettern

Für heimische Kletter-Asse steht die Saison im Zeichen der Olympia-Quali

Weltmeister Jakob Schubert möchte sich bereits „im ersten Anlauf“ bei der WM in Hachioji für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 qualifizieren.

Will sich so schnell wie möglich das Olympia-Ticket sichern: Jakob Schubert.

© gepaWill sich so schnell wie möglich das Olympia-Ticket sichern: Jakob Schubert.



Innsbruck – Die Klettersaison 2019 wird für die Athleten des KVÖ ganz im Zeichen der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio stehen. Jakob Schubert, der bei der Kletterweltmeisterschaft 2018 in Innsbruck unter anderem Kombinations-Gold holte, möchte sich bereits bei der WM in Hachioji, die vom 11. bis 21. August 2019 stattfindet, für Tokio 2020 qualifizieren.

Sollte dies gelingen, stünde für Schubert sogar ein frühzeitiges Ende der Saison zur Debatte. „Regeneration“, nannte er diesbezüglich in Hinblick auf Tokio als sein zentrales Vorhaben. „Ich fühle mich jedenfalls gut vorbereitet“, erklärte Schubert unmittelbar vor dem Weltcup-Auftakt in der Schweiz am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. „Als Kombinations-Weltmeister habe ich 2018 sehr viel Selbstvertrauen getankt“, meinte das Kletter-Ass. „Ich werde 2019 aber mehr Speed in mein Training aufnehmen“, ergänzte er.

Pilz zeigt sich zurückhaltender

Jessica Pilz, die vergangenes Jahr in Innsbruck Gold in der Disziplin „Lead“ holte, gab sich hinsichtlich einer möglichen Tokio-Qualifikation etwas zurückhaltender. „Speed muss ich noch besser hinbekommen“, meinte sie. Der Start in die Saison sei aber, abgesehen von einer krankheitsbedingten zweiwöchigen Pause, sehr gut geglückt. Auch das getankte Selbstvertrauen durch das letztjährige WM-Gold scheint bei Pilz weniger ausgeprägt zu sein. „Die Karten werden in dieser Saison neu gemischt“, merkte sie an.

Das Ziel, das Pilz selbst nicht über die Lippen kam, formulierte schließlich KVÖ-Sportdirektor Heiko Wilhelm. „Unsere Athleten sollen sich schon in Hachioji für Tokio qualifizieren“, führte er aus. Eine zweite Möglichkeit gibt es aber noch in Toulouse beim „Olympic Qualfiying Event“ vom 28. November bis 1. Dezember, eine dritte bei der Europameisterschaft in Moskau im Frühling 2020.

Olympia-Plätze sind rar

Aus seiner Präferenz machte Wilhelm aber keinen Hehl. „Damit das gelingt, müssen wir verletzungsfrei und mit guten Resultaten durch die Saison kommen“, benannte KVÖ-Nationaltrainerin Ellie Howard aus ihrer Sicht wichtige Parameter für die Tokio-Qualifikation. „Es gibt einen Speed-Aufwärtstrend im Team“, zeigte sich Nationaltrainer Pawel Draga zudem zuversichtlich in Bezug auf eine Tokio-Teilnahme seiner Kletterer.

Die Plätze für die Olympischen Spiele in Tokio sind jedenfalls rar. Die Länderquote sieht pro Nation lediglich zwei Herren und zwei Damen vor. In Hachioji gibt es sieben Spots zu ergattern, in Toulouse sechs, bei der Europameisterschaft in Moskau im Frühjahr 2020 nur noch einen. Für das Qualifying-Event in Toulouse sind bei den Damen Jessica Pilz, Sandra Lettner und Laura Stöckler und bei den Herren Jakob Schubert und Georg Parma nominiert. In Tokio kommt das Format „Olympic Combined“ zum Einsatz. Die Kletterer müssen sich bei diesem in den Bereichen „Lead, „Bouldern“ und „Speed“ beweisen. (APA)