Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 12.04.2019


Kickboxen

Olympia-Traum bringt einen Rekord an Nationen

Wenige Monate nach der IOC-Aufnahme ringen mehr Turniere um die Kickboxer. Die Austrian Classics in Innsbruck (ab heute) setzen auf Neues.

Alles genau im Blick: Der Hopfgartener Roman Bründl zählt zu den weltweit besten Kickboxern und ist auch bei den Austrian Classics in der Innsbrucker Olympiahalle einer der großen Favoriten.

© WAKOAlles genau im Blick: Der Hopfgartener Roman Bründl zählt zu den weltweit besten Kickboxern und ist auch bei den Austrian Classics in der Innsbrucker Olympiahalle einer der großen Favoriten.



Von Roman Stelzl

Innsbruck – Auch im Kickboxen muss jeder mal klein anfangen. Doch so „klein“ wie heuer war das bei den Austrian Classics in Innsbruck noch nie der Fall: Bei der 22. Auflage des Traditions-Turniers (ab heute, 16 Uhr, in der Olympiahalle) sind die jüngsten Kämpfer erstmals im einstelligen Lebensalter. Es ist Neuland, das die Veranstalter betreten. Für die Kategorie Kinder (8–9 Jahre) gilt das ebenso wie für die Veteranen (ab 35 Jahre).

Im Jahr 2019 ist vieles im Kickboxen Neuland. Schuld daran ist der 30. November des Vorjahres. Es ist der Tag, an dem das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Kickbox-Weltverband (WAKO) aufnimmt. Es war die offizielle Anerkennung der Sportart. Nach der Aufnahme in die GAISF (Dachverband der Sportverbände, Anm.) im Jahr 2006 war es ein weiterer Schritt zu den Sommerspielen. Und damit ein Meilenstein für die Olympia-Träume einer relativ jungen Kampfsportart, die ihre Anfänge in den 1970er-Jahren hat.

Doch wie so oft wecken die fünf Ringe Begehrlichkeiten. „Es gibt heuer wieder enorm viele Turniere. Fast all zwei, drei Wochen gibt es irgendwo Bewerbe. Da ist sehr viel weitergegangen“, erklärt Michael Kruckenhauser, Organisator der Austrian Classics und Sportdirektor im Österreichischen Verband (WAKO Austria).

Erst in der Vorwoche fanden die vierten Turkish Open in Antalya mit gut 1900 Athleten statt – ein Teil davon nahm die Strapazen eines neuerlichen Wettkampfs im Westen Österreichs nicht auf sich.

Das gesteigerte breite Interesse am Kickboxen und die von Kruckenhauser angesprochene Zunahme an Bewerben schlägt sich in Tirol in zweierlei Hinsicht nieder: Mit 39 gemeldeten Nationen war die Dichte noch nie so hoch. Andererseits finden sich in der Teilnehmerliste etwas mehr als 1200 Kickboxer wieder – das wären laut offizieller Online-Teilnehmerliste (www.sportdata.org) gut 70 mehr als im Vorjahr, als bei den Austrian Classics satte 2127 (!) Kämpfe ausgetragen worden sollen sein. Heuer finden sich in der Liste mit den Neuerungen gleich 301 Kategorien und Gewichtsklassen wieder.

Dabei zählen die Austria­n Classics zu einem der nur mehr fünf Weltcup-Bewerbe in diesem Jahr. Die erste Station war im März in Dublin beim prestigeträchtigen Kickbox-Turnier, den Irish Open, das an die 1700 Kämpfer anlockten.

Besonders stolz ist Kruckenhauser neben der Rekordzahl an Nationen („Das ist richtig gut“) auf den Zuwachs in den Ringsportarten: „Da verzeichnen wir eine gewaltige Steigerung und zählen zu den größten Bewerben, die es in Europa gibt.“

Für Tirol sind allen voran die Klubs von Juso Prosic (JP Martial Arts), dem Organisator (KC Kruckenhauser) und jenem der Weinold-Brüder gut für Siege. Allen voran will aber Tirols Doppel-Europameister Roman Bründl (HSK Hopfgarten) die 1000 Euro Preisgeld im Grand Champion holen. Dazu ist man gespannt auf den Pitztaler Jakob Walser, der für Liechtensteins Verband im Vorjahr Junioren-WM-Dritter wurde.