Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 17.04.2019


Volleyball

Mit 2500 Fans soll für die Alpenvolleys die Trendwende her

Nach dem ernüchternden 0:3 in Berlin regiert nun wieder die Zuversicht bei den Hypo Tirol Alpenvolleys Haching. Die 2500 Tickets in der Olympiahalle sind weg, der Sieger hat am Samstag den ersten Matchball.

2000 Fans pilgerten vor einer Woche in die Olympiahalle und unterstützten die heimischen Volleyballer. Das soll sich heute wiederholen.

© Forcher2000 Fans pilgerten vor einer Woche in die Olympiahalle und unterstützten die heimischen Volleyballer. Das soll sich heute wiederholen.



Von Daniel Suckert

Innsbruck – Niederschmetternd war der Auftritt der heimischen Volleyballer beim Gastspiel in Berlin. Man hatte sich nach dem 3:1-Erfolg in der Olympiahalle so viel ausgerechnet – am Ende erlitt man eine krachende 0:3-Niederlage, die sich niemand wirklich so recht erklären konnte. Jetzt startet die Best-of-five-Serie (Stand 1:1) wieder bei null. Nur mit dem Unterschied, dass der heutige Sieger bereits den ersten Matchball am Wochenende zum Aufstieg ins Finale hat.

„Ich weiß nicht, was mit den Spielern los war. Zu viele Eigenfehler – so kannst du nicht gewinnen“, hatte Headcoach Stefan Chrtiansky gepoltert, um im nächsten Atemzug den Blick schon auf Spiel drei zu richten: „Kopf hoch, jedes Spiel ist anders und ich glaube immer noch, dass wir es schaffen können.“

Es war weniger das präsentierte Gesicht des neunfachen Meisters bei dessen Heimauftritt, das Eindruck hinterlassen hat. Es war mehr das nicht gezeigte von den Dunkelblauen. „Es war ein Tag zum Vergessen“, holte Hypo-Spieler Niklas Kronthaler aus. „Wir dürfen das Spiel nicht überbewerten, aber wie das Ergebnis zustande kam, das war bedenklich. Nichtsdestotrotz haben wir in gewissen Situationen gesehen, dass wir Berlin vor Probleme stellen können. Wir dürfen nicht ausklammern, dass wir an dem Tag um drei Klassen schlechter als noch in Innsbruck gespielt haben.“

Wie in drei Tagen das Hoch so schnell verpuffen konnte, darauf fanden Kronthaler und Co. allerdings keine Antwort. „Es war von Anfang an schwierig für uns. Berlin musste gar nicht glänzen, weil wir es ihnen zu leicht gemacht haben. Wir waren ganz schnell mit 1:6 im Rückstand und sind einfach nie reingekommen“, ließ der Tiroler Angreifer das Spiel noch einmal Revue passieren. „Vielleicht haben wir gemerkt, dass wir etwas gewinnen hätten können, und da waren wir auf einmal wieder so verkrampft wie gegen Herrsching.“

Volleyball in Zahlen

Drittes Halbfinal-Play-off, deutsche Volleyball-Liga:

Hypo Tirol Alpenvolleys Haching — Berlin
19 Uhr, Olympiahalle. Einlass: 18 Uhr;

Stand in der Best-of-five-Serie: 1:1.
(1. Spiel: 3:1-Sieg Hypo in Innsbruck; 2. Spiel: 3:0-Sieg Berlin in Berlin).

Nächstes Spiel: Berlin — Alpenvolleys
Samstag, 17.30 Uhr.

Das muss heute aber ganz anders werden. Der Meister hat Blut geleckt. Ein Auswärtssieg der Berliner und schon könnten sie am kommenden Samstag vor heimischer Kulisse den Finaleinzug und das Saisonende der Alpenvolleys fixieren. Kronthaler: „Keine Panik, wir müssen nur unsere Heimspiele gewinnen, dann kann uns nichts passieren. Das ist unser Vorteil.“

Was das persönliche Schicksal der Nummer 15 der Alpenvolleys betrifft, schlagen zwei Herzen in seiner Brust: „Für mich ist es schwer: Wenn Hugo (de Leon, Außenangreifer, Anm.) gut spielt, gewinnen wir und ich komme nicht zum Einsatz. Was klarerweise passt. Auch, wenn mir ein Sieg mit meiner Unterstützung am Parkett lieber wäre. Aber der Coach weiß: Ich bin im Fall der Fälle bereit.“

Bereit sind auch hoffentlich seine Teamkollegen. Nach dem starken Grunddurchgang mit der langen Tabellenführung inklusive wäre der nächste Schritt wünschenswert. Zusätzlich würde ein Finaleinzug die Rückkehr in die Champions League bedeuten.