Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 20.05.2019


Thema der Runde

Aufstieg! Der SV Landeck feiert eine spezielle Rückkehr

Der feststehende Landesliga-Aufstieg lässt in Landeck die Tränen wegen eines bitteren Abstiegs vor sieben Jahren trocknen.

Ex-Profi Simon Zangerl kehrte im Sommer zu seinen Wurzeln zurück und führte den SV Landeck mit 30 Toren zum Landesliga-Aufstieg.

© KristenEx-Profi Simon Zangerl kehrte im Sommer zu seinen Wurzeln zurück und führte den SV Landeck mit 30 Toren zum Landesliga-Aufstieg.



Von Daniel Lenninger

Landeck – Die Saison 2011/12 wirbelte im Fußball-Unterhaus viel Staub auf. Aus der Tiroler Liga wollte damals kein Verein aufsteigen. Von der Regionalliga stieg die Union freiwillig ab. Die Anzahl der Absteiger in den unteren Spielklassen erhöhte sich dadurch und ließ etwa in der Landesliga West den SV Landeck zum Handkuss kommen. Als Drittletzter verpassten die Oberländer den Klassenerhalt, ein Protest beim Tiroler Fußballverband verlief erfolglos.

Spätestens seit dem vorletzten Spieltag gelten die Land­ecker Tränen als getrocknet. Durch den 3:2-Auswärtssieg bei Reichenau II bekamen die Oberländer auf sportlicher Ebene das Recht auf die Rückkehr in die Landesliga. Binnen zwei Jahren gelang ausgehend von der Bezirksliga der Durchmarsch. Rekordverdächtig erscheint die Tatsache, dass dem spielerisch überzeugenden Tabellenführer der Gebietsliga West der Aufstieg bereits fünf Runden vor Saisonende nicht mehr zu nehmen war. Zwar gaben die Oberländer die Marschroute aus, vorne mitmischen zu wollen. „Aber natürlich haben wir nicht damit gerechnet, bereits zu diesem Zeitpunkt den Aufstieg feiern zu dürfen“, ließ sich Trainer Jürgen Landerer gerne positiv überraschen.

Vor dem Hintergrund der gelungenen Vorsaison in der Bezirksliga West wäre es vermessen, die Landecker auf ein­e One-Man-Show mit Hauptdarsteller Simon Zangerl zu reduzieren. Zieht man dessen 30 Saisontore in Betracht, entpuppte sich die Rückkehr des Ex-Profis (u. a. FC Wacker, Wattens) im Sommer aber als Volltreffer. Landerer bescheinigte dem 29-Jährigen, sich „super integriert“ zu haben.

Vereine im Umkreis benötigen keine professionelle Scouting-Abteilung, um das Potenzial einiger Landecker Aufstiegshelden zu registrieren. Landerer könnte sich in diesem Zusammenhang dabei ertappen, in Erinnerungen an seine Zeit beim SV Zams zu schwelgen: „Es gibt durchaus einige Parallelen, die Zammer sind aber natürlich weiter.“ Der Lokalrivale erfreute sich zuletzt ebenfalls einer goldenen Generation. Auch weil ein großer Aderlass ausblieb, darf sich der Ortsnachbar nun in der UPC Tirol Liga beweisen. Auch in Landeck will man den Kader zusammenhalten. Während sich die Verantwortlichen mit potenziellen Neuzugängen austauschen, soll am Rasen der Meistertitel fixiert werden – bei neun Punkten Vorsprung vor den letzten vier Spielen eine reine Formsache. An den Abstieg vor sieben Jahren wird im Zuge der Feierlichkeiten wohl niemand mehr denken.