Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 17.06.2019


Beachvolleyball

Murauer wechselt zum Beachvolleyball: “Wunsch war immer präsent“

Vom Hallenboden auf Sand: Der Spätberufene Michael Murauer (28) belegte gestern beim Beachvolleyballturnier im Tivoli Rang drei.

Der Igler Michael Murauer (M.) will beim Beachvolleyball noch hinaus.

© morepikzzfotografie/MTAM-ProducDer Igler Michael Murauer (M.) will beim Beachvolleyball noch hinaus.



Von Susann Frank

Innsbruck — Manch einer rieb sich gestern beim Beachvolleyball-Turnier im Tivoli verwundert die Augen. Der Spielername Wutzl stand in schwarzen Lettern auf Michael Murauers Shorts. Eine Verwechslung? Nein. Der Igler trug die Kleidung des verletzten Spielers Jörg Wutzl, dessen Schicksal ein Umdenken des 28-Jährigen bewirkt hat. „Jörg hat sich so schwer am Knie verletzt, dass es fraglich ist, ob er jemals wieder spielen wird. Und weil ich mit dessen Partner Simon Frühbauer eine Chance sehe, wechsle ich ganz zum Beachvolleyball", klärte der Tiroler gestern den Sachverhalt auf. Das Hallen-Volleyball beim Grazer Bundesligisten ist für Murauer somit seit zwei Monaten Geschichte.

Seitdem ist er mit seinem Partner Frühbauer zweimal bei den Austrian Beach Volleyball Tour Pro gestartet. Beim Serien-Start Mitte Mai in Graz belegte das neue Duo den zweiten Platz, gestern in Innsbruck wurde es als beste Paarung mit Tiroler Beteiligung Dritter.

Bei den Herren gewannen vor vollen Tribünen und guter Stimmung trotz Wolkendecke und Wind die Österreicher Alexander Huber und Christoph Dressler. Bei den Damen sicherten sich die Sloweninnen Tjasa Kotnik/Tjasa Jancar den Siegerscheck über 1000 Euro.

Beachvolleyball-Turnier im Tivoli

Finale, Herren: Huber/Dressler (AUT) — Kufa/Williams (CZE/RSA) 2:0 (17; 17).
Kleines Finale: Jakopin/Bozenk (SLO) — Frühbauer/Murauer (AUT) 0:2 (19; 12).

Finale, Damen: Teufl Freiberger (AUT) — Kotnik/Jancar (SLO) 0:2 (-15, -14).
Kleines Finale: Pfeffer/Friedl (AUT) — Wiesmayr/Poszmikova (AUT/SVK) 0:2 (-11, -14).
Beste Tirolerinnen: Michi Hollaus/Sophia Feichter (7.).

Das Herrenfinale, das Huber/Dressler mit 2:0 gegen Robert Kufa/Leo Williams gewonnen hatten, verfolgte Murauer aufmerksam von der Tribüne. An der tschechisch-südafrikanischen Paarung waren er und Frühbauer knapp 1:2 (-16; 15; -13) im Semifinale gescheitert. Das Spiel um Platz drei hatten sie 2:0 gegen Jakopin/Bozenk (SLO) gewonnen. „Trotzdem war es ein gutes Turnier und bisher ein guter Start für uns, zumal wir erst zweieinhalb Wochen gemeinsam trainiert haben", resümierte Murauer, der früher immer mal wieder Ausflüge in die Beachvolleyballwelt gemacht hatte.

Warum er sich jetzt, mit 28 Jahren, noch für die Karriere auf Sand entschieden hat? „Der Wunsch war immer präsent. Bisher war kein geeigneter Partner da und ich konnte es organisatorisch nicht abwickeln", erklärte er. Nachdem sein Psychologie-Studium nur noch ein Jahr dauert, hat sich der Ball zu seinen Gunsten gedreht. Die Entwicklung werde zwar noch dauern und auch die Sponsorensuche habe erst angefangen. Zeit für die Umbeflockung der Hose war ebenfalls noch keine. Aber bald soll sein Name dort stehen und vielleicht auch noch sein Spitzname „Mucho", wie ihn seine Freunde rufen. Ein Name, der zukünftig auch der Beachvolleyballwelt geläufig werden soll.

Huber/Dressler (r.) gewannen das Beachvolleyballturnier im Tivoli.
Huber/Dressler (r.) gewannen das Beachvolleyballturnier im Tivoli.
- Vanessa Rachlé / TT