Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 01.07.2019


Pferdesport

Dressur-Star Werth: “Nur der Tod entschuldigt“

Ausnahmekönnerin Isabell Werth (49) war wieder einmal der herausragende Star am Fritzner Schindlhof. Für die weltbeste Dressurreiterin war am Wochenende jedoch der große Star die Veranstaltung.

Der Siegerhut von Bettina Villinger wurde für Charityzwecke versteigert.

© schreinerDer Siegerhut von Bettina Villinger wurde für Charityzwecke versteigert.



Von Susann Frank

Fritzens – Die weltbeste Dressurreiterin Isabell Werth ist bekannt für ihre klaren Worte. Ihr Versprechen, auch 2020 zum Manfred und Hilde Swarovski Gedächtnisturnier am Schindlhof zu kommen, hörte sich für manch einen drastisch an, spiegelt aber die Liebe zu der Veranstaltung wider. „Nur der Tod entschuldigt“, sagte die mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin gestern. Die 49-jährige Deutsche, die sich zum vierten Mal in Folge den Gesamtsieg sicherte, betonte jedoch, dass die Erfolge in allen vier Grand-Prix-Prüfungen „nicht ausschlaggebend“ seien.

Silberner Hut gefiel gut und Laetizia Karg aus Thaur wurde Dritte.
Silberner Hut gefiel gut und Laetizia Karg aus Thaur wurde Dritte.
- schreiner

Es sei das Gesamtpaket, dass sie in der Alpenarena in Fritzens erwarte: „Hier wird Top-Sport geboten, und das in einem außergewöhnlich familiären Ambiente“, resümierte Werth. In ihrem Lob hob sie explizit die Veranstalterfamilie Evelyn und Klaus Haim-Swarovski sowie deren Kinder Marie und Maximilian hervor. Menschen, die das Turnier aufgrund seiner Größe unterschätzen könnten, hält Werth die unglaubliche Entwicklung der Vier-Sterne-Veranstaltung bei deren 25. Auflage entgegen. „Zu Beginn konnten wir die Zuschauer fast per Handschlag begrüßen, jetzt sind schon morgens die Tribünen voll“, stellte Werth fest.

3000 Zuschauer verfolgten gestern trotz Rekordhitze von 36 Grad die drei Prüfungen ab 8.30 Uhr und den Bewerb „Wer trägt den schönsten Hut?“. Insgesamt durfte sich die Familie Haim-Swarovski über die Rekordbesucherzahl von 6000 Zuschauern freuen. „Beim kommenden Turnier werden wir wohl eine weitere Tribüne aufstellen müssen“, erklärte Klaus Haim. Dann soll auch wieder seine Frau, deren Pferd verletzt war, mitreiten. Das große Ziel wäre, dass sich erstmals Tochter Marie ebenfalls qualifiziert. „Ich nehme es mir fest vor“, sagte Marie Haim-Swarovski: „Damit würde sich ein Traum erfüllen.“

Der Andrang beim Hutbewerb war trotz Rekordhitze groß.
Der Andrang beim Hutbewerb war trotz Rekordhitze groß.
- schreiner

Wie schnell man bei hartem Training Fortschritte machen kann, konnte die Tochter des Hauses an Lisa Müller beobachten: Die Schülerin von Werth und Frau von Thomas Müller wurde zweimal Zweite und das mit persönlicher Rekordpunktzahl. Der Fußball-Star des FC Bayern wusste erst gar nicht, was er zu den Erfolgen seiner Frau sagen sollte. Auf die Frage, ob das die größte Belohnung für die harte Arbeit sei, antwortete der hochbezahlte Spitzensportler: „Die größte Belohnung ist, dass wir hier auf diesem Turnier sein dürfen.“

Zeitzeugin Haim-Swarovski

Der Zeitpunkt könnte nicht besser gewählt sein: Evelyn Haim-Swarovski, am Wochenende Gastgeberin beim hochkarätigen Dressurreit-Turnier am Fritzner Schindlhof, spricht im heutigen „Zeitzeugen-Gespräch" im Innsbrucker Haus der Musik (19 Uhr) mit Moderator Bernhard Aichner über den Sport, ihre Erfolge und ihr Leben in der Kristall-Familie. Der Eintritt ist frei, Zählkarten sind vor Ort erhältlich. Um Voranmeldung wird gebeten. (TT)




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