Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.07.2019


Sport in Tirol

Drachenjagd mit dem Schweizer Taschenmesser

Heute (16 Uhr, Tivoli) treffen die Swarco Raiders im AFL-Halbfinale auf die Danube Dragons. Mittendrin statt nur dabei: Kicker Arno Schwarz.

null

© Hörtnagl



Von Alois Moser

Innsbruck – Für die Swarco Raiders geht es in dieser Saison nur noch um eines: Nach zwei Titeln (CEFL und ECTC) soll auch noch der Meisterpokal in der Austrian Football League (AFL) her. Was zugleich bedeuten würde, dass man die ganze Saison ungeschlagen geblieben wäre. Doch die Perfect Season ist noch Zukunftsmusik. Vorerst wollen sich die Raiders heute (16 Uhr, Tivoli) im Halbfinale gegen die Danube Dragons als Drachentöter betätigen.

Dabei können die Tiroler, wie schon die ganze Saison, auf die Dienste von Kicker Arno Schwarz bauen. Eigentlich nur als Ersatzmann für Ex-Wacker-Angreifer Thomas Pichlmann vorgesehen, musste der 22-jährige Innsbrucker nach dessen Ausfall in die Bresche springen. „Am Anfang war es schwer, aber mittlerweile habe ich meine Form gefunden“, ist Schwarz mit seinen bisherigen Auftritten durchaus zufrieden. Als Cornerback hat er nebenbei eine zweite wichtige Aufgabe. „Mir ist lieber, man lobt mich für meine Auftritte in der Defensive“, schmunzelt der Innsbrucker, der aber aufgrund seiner Fußball-Vergangenheit (Wacker, Union) schon im Nachwuchs immer wieder zum Kicken ausrücken musste. Headcoach Shuan Fatah hält indes große Stücke auf „unseren Sonnenschein“: „Arno ist so flexibel, der ist unser Schweizer Taschenmesser.“ Der Student (Wirtschaftsrecht und Sportmanagement) ist eines von vielen Beispielen für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der Tiroler: „Wir müssen die jungen Spieler erfinden und aufbauen“, erzählt der Trainerfuchs über das tägliche Brot im Amateursport.

Auch für Kicker Schwarz wird die Football-Uhr irgendwann ablaufen. Derzeit tickt sie aber dem großen Ziel entgegen: „An die Perfect Season versuchen wir gar nicht zu denken“, setzte der 22-Jährige wie seine Mitstreiter auf eingeübte Abläufe: „Wir bereiten uns auf die Dragons vor wie auf jeden anderen Gegner.“ Rituale helfen auch auf dem Rasen: „Beim dritten Versuch setze ich den Helm auf und gebe den Mundschutz rein, dann bin ich ready.“ Drei Schritte zurück, zwei zur Seite – und hinein ins Glück zwischen die beiden Torstangen.

- gepa