Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 18.07.2019


Tennis

49. Bambini Cup: Nicht auf Sand gebaut

Der 49. Internationale Bambini-Cup findet heuer ohne den langjährigen Organisator Robert Köstlinger statt. Trotzdem ist in Kufstein vieles beim Alten geblieben.

Wie Wozuko Mdlulwa aus Südafrika sind viele Teilnehmer des Bambini-Cups von weit her angereist.

© Hans OsterauerWie Wozuko Mdlulwa aus Südafrika sind viele Teilnehmer des Bambini-Cups von weit her angereist.



Von Alois Moser

Kufstein – Auch in Jahr eins nach der Ära von „Mr. Bambini-Cup“ Robert Köstlinger geht es heuer auf den Sandplätzen des Kufsteiner Tennisklubs hoch her: Unter dem neuen Organisator und Turnierdirektor Thomas Hechensteiner ist bei der 49. Auflage des international renommierten Nachwuchsturniers vieles beim Alten geblieben. Einige kleine Neuerungen gibt es aber doch.

„Viel haben wir nicht geändert, immerhin hat es unter Roberts Ägide all die Jahre super funktioniert“, streut Hechensteiner seinem lang gedienten Vorgänger Rosen. Der hauptberufliche Koch und Ernährungslehrer ist selbst schon eine Weile dabei: „Sicher schon 13 Jahre oder so.“ Einiges an Erfahrung also, und auch die Übergabe von „Mr. Bambini-Cup“ an das neue Team sei reibungslos verlaufen: „Er war uns mit all seiner Erfahrung natürlich eine große Hilfe.“

Thomas Hechensteiner, Neo-Bambini-Cup-Organisator: "Viel haben wir nicht geändert. Es hat auch unter Roberts Ägide all die Jahre super funktioniert.“
Thomas Hechensteiner, Neo-Bambini-Cup-Organisator: "Viel haben wir nicht geändert. Es hat auch unter Roberts Ägide all die Jahre super funktioniert.“
-

Nachjustiert hat das neue Team nur bei einigen Details: „Die Infos für alle Spieler gibt es nun digital und wir haben das Essensangebot bewusst auf die Ernährung der jungen Sportler hin erweitert.“

Diese messen sich in Kufstein wie einst ihre großen Vorbilder. „Rafael Nadal und Roger Federer“, lauten die Antworten von Piet (14) und Moritz (14) auf die Frage nach den Idolen. Die beiden Genannten haben nie in Kufstein aufgeschlagen – dafür andere Größen wie Boris Becker, Martina Hingis oder ÖTV-Ass Dominic Thiem. Entspannt beobachten Piet und Moritz mit Tirols Nachwuchshoffnung Daniel Zimmermann (14) den Ballwechsel vor ihnen. „Hajde, hajde!“, feuert ein Vater im Publikum seine Tochter an, die ihre Gegnerin gerade über den Platz jagt. Nach dem Punktgewinn gibt es Szenenapplaus von der Tribüne. Auch von den jungen Österreichern. Auf die Frage, was denn ihre Spezialität sei, drucksen alle drei herum. „Zu dir sagen sie doch ,Pistol Pete‘“, meint Daniel in Richtung Piet. „Stimmt, wegen meiner Vorhand“, kann der junge Burgenländer mit dem 14-fachen Grand-Slam-Sieger Pete Sampras aber nur noch bedingt etwas anfangen.

 Mit vollem Einsatz dabei: der Wiener Moritz Lesjak.
Mit vollem Einsatz dabei: der Wiener Moritz Lesjak.
- Hans Osterauer

Wie üblich kommen die Nachwuchsspieler bis zu den Finalrunden ohne Schiedsrichter aus – wie verständigt man sich denn mit den vielen internationalen Gegnern? „Englisch, oder mit Händen und Füßen“, zuckt der Wiener Moritz mit den Achseln. „Nur die Italiener verstehen das nicht immer“, grinst Daniel und verdeutlicht das Ganze mit einigen Gesten.

350 Teilnehmer aus 40 Nationen haben heuer den Weg nach Kufstein gefunden. Um den Teilnehmern, Trainern und mitgereisten Eltern einen reibungslosen Turnierverlauf zu ermöglichen, sind auch viele junge Mitglieder des TC Kufstein eingebunden. Simon (10) ist ebenfalls dabei: Wenn er nicht gerade die Schilder auf den Plätzen austauschen muss, „chillt“ er mit seinem Freund Niklas im Schatten. Der kann mit Tennis nicht viel anfangen: „Aber ich bin mitgekommen, damit Simon nicht langweilig wird.“ Der ist ganz entspannt – noch. Im nächsten Jahr will Simon selbst als Teilnehmer beim Bambini-Cup antreten: „Deshalb muss ich auch am Nachmittag zum Training.“

„Due, due“: Moritz, Piet und Daniel beim Fachsimpeln.
„Due, due“: Moritz, Piet und Daniel beim Fachsimpeln.
- Hans Osterauer

Man sieht: Auch wenn Robert Köstlinger nur noch als Zuschauer dabei ist – die Zukunft des Bambini-Cups ist (nicht) auf Sand gebaut.

Machen erst mal eine wohlverdiente Pause: Niklas und Simon.
Machen erst mal eine wohlverdiente Pause: Niklas und Simon.
- Hans Osterauer