Letztes Update am Do, 25.07.2019 10:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regionalliga Tirol

Neue Liga, neues Glück? „Erwarte ein hochinteressantes Jahr“

Am Freitag startet die Regionalliga Tirol in ihre erste Saison. Im ersten Teil der Vorschau widmet sich die TT dem Quintett aus dem Unterland mit Rückkehrer Hall.

Denis Husic (Wörgl) hält sich mit Prognosen noch zurück.

© BeganovicDenis Husic (Wörgl) hält sich mit Prognosen noch zurück.



FC Kitzbühel: „Wir müssen das Positive mitnehmen“, hatte der neue Kitzbühel-Coach Michael Baur nach der 0:7-Niederlage im ÖFB-Cup gegen Wacker Innsbruck gesprochen. Denn trotz eindeutigem Resultat hatten die Gamsstädter mit einigen Neuerwerbungen (Camara, Karakodio/beide Mali, Bangweni/FRA) und bewährten Kräften (Raul Baur, Christian Pauli, Sebastian und Maximilian Gruber) über 60 Minuten sehr gut dagegengehalten.

„Wir sind in dieser Kon­stellation erst kurz zusammen und brauchen sicher noch etwas Zeit“, weiß Baur, dass die Automatismen sicher noch nicht von Beginn weg greifen. Mit einem Vizemeistertitel und Platz zwei wie in der Vorsaison ist im Tirol-Feld im Herbstdurchgang nicht wieder zu rechnen. „Viele Teams haben aufgerüstet. Prognosen will ich keine abgeben“, sagt Baur. Nach vier österreichischen Meistertiteln mit dem FC Tirol und 40 Länderspielen für das ÖFB-Team schickt der 50-Jährige vor dem Auftakt in Telfs (Sonntag, 17.30 Uhr) aber im gleichen Atemzug hinterher: „Wir sind ehrgeizig genug, dass wir vorne mitspielen wollen.“ (lex)

SC Schwaz: Bernhard Lampl hat seine Meinung längst revidiert. Die Sorge, dass die Westliga-Reform das Niveau verwässern würde, beschäftigte auch den Schwaz-Trainer. Inzwischen sagt er: „Tatsache ist, dass sich die Aufsteiger aus der UPC Tirol Liga gut verstärkt haben.“ Die Kluft sei kleiner geworden. Der Schwaz-Coach erwartet ein „hochinteressantes Jahr“.

Das Niveau der Konkurrenz sorgt sogar dafür, dass der ehemalige IAC-Coach die Zielsetzung nach unten korrigiert hat. Aus den Top drei wurden die Top fünf. „Wir haben uns auch gut verstärkt, aber Ex-Profis – wie viele Konkurrenten – haben wir nicht“, weiß der 34-Jährige. Die Tor-Hoffnungen beim SC Schwaz ruhen auf dem Ex-Wattener Stephan Kuen, der 2018/19 seine Visitenkarte 25-mal in der Tiroler Liga abgegeben hat. Der Ex-Bergheimer Dominik Prötsch macht ebenso Mut wie der Japaner Hikaru Matsui, die Keeper Martin Siding und Philipp Weißenhofer sowie die Leistung beim Cup-Aus gegen Kapfenberg (1:3). Auch beim Auftakt am Freitag (18.30 Uhr) in der Reichenau wird Lampl auf sein geliebtes 3-3-3-1-Korsett setzen. (t.w.)

FC Kufstein: Durch die Kufstein-Arena weht in der kommenden Saison eine internationale Brise. Dafür sorgt schon allein ein Kader, der nicht nur jugendliche Frische aufweist, sondern sich aus aller Herren Länder zusammenstellt. In der Zentrale verteidigen mit Dawid Bober und Matej Sosteric ein Pole und ein Slowene, im Angriff sollen mit Klinsman Alejandro Calderon Buitrago (kam vom VfB Eichstätt/GER) ein Kolumbianer und mit Tidiane M’Baye (U19 der TSG Hoffenheim/früher auch FC Bayern) ein ehemaliger deutscher U15-Nationalspieler, der fürs Training täglich von München nach Kufstein pendelt, für die Tore sorgen. Ein Sturm-Duo, das schon im ÖFB-Cup andeutete, dass einiges in ihm steckt. „Das glaube ich auch“, sagt Neo-Trainer Ognjen Zaric, der gerade einmal 30 Jahre alt ist und vor dem Auftakt am Freitag (19.30 Uhr) in Zirl auch Geduld einfordert: „Wir haben gegen Altach (1:6, Anm.) drei 18-Jährige aufgeboten, aus dem vergangenen Jahr sind nicht mehr viele Spieler dabei. Wir werden Zeit brauchen.“ Trotzdem will man sich im Spitzenfeld der Liga etablieren. (t.w.)

SV Wörgl: Mit Ex-Deutschland-Legionär Marco Kofler (derzeit leicht angeschlagen) und dem Ex-Wattener Drazen Kekez präsentierten die Wörgler in der Sommerpause zwei Männer, die schon auf Profi­ebene genügend Zweikämpfe bestritten haben. Und mit Peter Kostenzer stellt man den zweitbesten Torjäger der abgelaufenen Westliga-Saison.

„Mit Prognosen sollte man dennoch vorsichtig sein. Ich habe schon alles erlebt. Wir wollen endlich einmal eine ruhige Saison und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Diese Liga ist so ausgeglichen, da kann alles passieren“, zeigt sich Langzeitcoach und Motivator Denis Husic verbal vorerst lieber defensiv.

In sieben Vorbereitungsspielen testete er neben seinem bevorzugten 4-1-4-1-System auch alle möglichen anderen Varianten (auch Dreierkette) durch, in die Karten will er sich vor dem Auftakt-Heimspiel gegen Wacker II (Freitag, 19.30 Uhr) nicht blicken lassen: „Wir haben alles ausprobiert und werden uns auf jeden Gegner spontan einstellen.“ Ein guter Start sei natürlich wichtig, um sich gleich nach vorne orientieren zu können. (lex)

SV Hall: „Ich war positiv überrascht“, meinte Hall-Trainer Akif Güclü mit dem Blick auf die verlorene erste ÖFB-Cup-Runde gegen die OÖ Juniors. Aber nach dem Cup ist vor der Meisterschaft. Am Freitag (19 Uhr) empfangen die Löwen den SC Imst auf der Lend. Was erwartet sich der Tiroler-Liga-Meistertrainer von der neuen Spielzeit? „Mehr Zuschauerinteresse auf der Haller Lend und eine spannende, schwer­e Saison“, antwortet Güclü, der Wörgl, Schwaz und Zirl im oberen Drittel einordnet. „Für uns geht es um den Klassenerhalt“, weiß Güclü, den vor allem der Abgang von Torjäger Marco Hesina (Union) schmerzt. Für Tore soll deshalb unter anderem Ramo Buljubasic (kam von Völs) sorgen. „Über die Qualität von Ramo brauchen wir nicht reden, wenn er eine gewisse Reife mitbringen kann, werden wir viel Freude an ihm haben“, sagt der 37-jährige Coach. Die Breite im Kader erhöhen außerdem Akteure wie Rückkehrer Daniel Marasek, Abwehr-Routinier Rafael Wechner oder der Japaner Yuto Nishida („Er ist bereits fleißig beim Deutsch-Lernen“). (t.w.)