Letztes Update am Mo, 05.08.2019 08:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schwimmen

Höhepunkt zum Abschluss: Auböck schwamm vom Tivoli nach Tokio

Schwimmer Felix Auböck schaffte bei den Staatsmeisterschaften in Innsbruck das ersehnte Olympia-Limit. Die Tiroler hoffen in seinem Sog ebenfalls auf „Großes“.

Felix Auböck durfte im Tivoli jubeln – nach erfolgreicher Olympia-Qualifikation über 800 m Kraul.

© LSVT/SennFelix Auböck durfte im Tivoli jubeln – nach erfolgreicher Olympia-Qualifikation über 800 m Kraul.



Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Der Höhepunkt folgte am Ende: Felix Auböck erschwamm zum Abschluss der Staatsmeisterschaften in Innsbruck das ersehnte Olympia-Limit. Nicht nur die Kollegen, die rund um das Tivoli-Becken anfeuerten, waren begeistert. „Ich bin irrsinnig erleichtert, dass es geklappt hat. Danke, dass ihr mich alle gepusht habt, das hat mich die letzten Meter durchhalten lassen“, freute sich der 22-Jährige, der die Olympia-Norm für 2020 über 800 m Kraul in 7:53,59 Min. um 0,32 Hundertstelsekunden unterboten hatte. Frust sei da auch mitgeschwommen, erklärte Auböck, der seit 2016 für die University of Michigan schwimmt: „Ganz viel sogar. Ich war ja jetzt schneller als bei der WM.“

Damit war Auböck im Tivoli nicht der Einzige, der seinen WM-Auftritt von Gwangju vergessen machte: Bernhard Reitshammer, der in Linz lebende Absamer, hatte ebenfalls seine WM-Zeit über 100 m Rücken unterboten und war zu insgesamt drei Einzel-Titeln (50, 100, 200 m Rücken) sowie zwei EM-Limits für Budapest 2020 (50 m Brust, 50 m Rücken) geschwommen. „Ich wollte das Olympia-Limit unbedingt bei der WM schaffen, vielleicht zu viel. Jetzt war ich mit einem sauberen Rennen sogar schneller als in Korea“, analysierte der 25-Jährige. Tokio und die dafür noch fehlenden fünf Hundertstelsekunden über 100 m Rücken, bleiben dennoch Reitshammers großes Ziel: „Aber jetzt mache ich erst mal Urlaub. Es war eine lange Saison.“

Was sonst noch auffiel?

Medaillengaranten: Die Damen vom SCIKB bleiben fixe Größen am Podest. Lena Opatril, die weiterhin in der Südstadt trainiert, schwamm gestern über 100 m Freistil zu Bronze: „Ich bin ganz zufrieden. Besser geht immer, aber am meisten Gaudi hatte ich mit unserem Staffelsieg am Freitag.“ Da stimmte Emma Gschwentner, zwei Mal Silber über die Rückenstrecken, mit ein: „Der Sieg kam eher unerwartet.“ Gschwentner wechselt ab Herbst nach Finnland, um zu studieren, aber auch zu trainieren: „Zu den Staatsmeisterschaften im Dezember komme ich aber bestimmt.“ Adriana Duller schwamm als Dritte über 200 m Lagen zu ihrem zweiten Edelmetall. Eine Medaille über 4x100 m Lagen blieb den SCI-Damen aber aufgrund einer Disqualifikation verwehrt. Dafür freuten sich die Hallerinnen: Jana Kulova, Lisa Ebster, Miriam Langhofer und Sara Plattner holten überraschend Bronze. Weniger überraschend überzeugte einmal mehr auch Xaver Gschwentner – mit zweimal Silber und Landesrekord.

Operation Rückkehr: Simon Bucher ist nach seinem Beinbruch als Meister über 50 m Delfin endgültig zurück. Ende August müssen beim 19-Jährigen aber noch die Nägel entfernt werden. Im Oktober rückt er im Heeressportzentrum ein: „Ich freue mich irrsinnig, diese Chance zu bekommen.“ Die nächste Ziele? Bucher: „Schnell schwimmen, dann klappt es mit Limits.“ Die 16-jährige Lisa Süsser wagt es noch nicht, an Großes zu denken – trotz zweier Medaillen. Wunsch: Quali für die J-EM 2020.

Kampfansage: Sprinter Robin Grünberger holte sich nach Bronze über 50 m Kraul (mit Tir. Rek. 22,69 Sek.) gestern über die 100 m Silber: „Ich weiß, dass ich mehr kann.“ Im Gegensatz zu den Kollegen will der Innsbrucker jetzt nicht pausieren, sondern dranbleiben. Grünberger dürfte dabei einen Trainingskollegen zurückbekommen: Wahl-Linzer Alexander Knabl scheint ab Herbst wieder in Tirol schwimmen zu wollen.

Übergabe: Die Staatsmeisterschaften waren der letzte Auftritt von Kathrin Petzer als Tiroler Schwimmverbandspräsidentin. Das Amt übernimmt Markus Senfter.

50-m-Halle in Klagenfurt: In Innsbruck zerplatzen seit Jahrzehnten immer wieder die Träume, in Kärnten wird indes umgesetzt. Das „Vitalbad Klagenfurt“ mit zehn 50-m-Bahnen soll bis 2023 gegenüber von „Minimundus“ errichtet werden.

Trainer am Podest: Erstmals standen die Coaches mit im Blickpunkt. Bei den Siegerehrungen holte man sie dazu – auch Wolf Grünzweig (TWV) und die SCI-Staffeldamen nahmen Caroline Reitshammer mit aufs Podest.

Schwimmen – Österreichische Staatsmeisterschaften

50 m Rücken: 1. Lena Grabowski (SVS), 3. Lisa Süsser (TWV), 4. Emma Gschwentner (SCIKB) bzw. 1. Bernhard Reitshammer (Linz) EM-Limit, 4. Simon Bucher, 5. Paul Hufschmidt (beide TWV);

50 m Brust: 1. Cornelia Pammer (Traun), 2. Lena Kreundl (Linz) bzw. 1. Heiko Gigler (Spittal), 3. B. Reitshammer, 6. Peter Konzet (SCIKB);

100 m Freistil; 1. Kreundl, 3. Lena Opatril (SCIKB) bzw. 1. Gigler, 2. Robin Grünberger (TWV);

200 m Lagen: 1. Claudia Hufnagl (Graz), 3. Adriana Duller (SCIKB) bzw. Sebastian Steffan (Steyr), 5. Marco Sonntag (SK Zirl);

1500 m Freistil: 1. Marlene Kahler (SVS), 4. Lisa Kralinger (SCIKB);

800 m Freistil: 1. Felix Auböck (OSV), 7. Luis Kurz (SCIKB);

4x100 m Lagen: 1. SVS, 3. citynet Hall (Kulova, Ebster, Langhofer, Plattner) bzw. 1. Steyr, 5. TWV, 6. SCIKB;

Junioren, Tiroler Medaillen

Gold: Paul Hufschmidt (TWV) 100 m Freistil;

Silber: Lisa Süsser (TWV) 50 m Rücken;

Bronze: Simon Bucher (TWV) 50 m Rücken.

ÖM-Bilanz (mit Staffeln): 2 Gold/10 Silber/10 Bronze – 22 gesamt; Junioren (Einzel): 7/4/5.