Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.10.2019


Nach Fünffachmord

Abschied von Goalie Janny: „Wir werden diese Saison für Florian spielen“

Tirols Eishockey nahm gestern Abschied von Torhüter Florian Janny. Morgen (19.30 Uhr) folgt für den EC Kitzbühel ein emotionales Heimspiel.

Neben Kitzbühel nahmen auch die Black Wings Linz (Bild) Abschied von Florian Janny, gestern wurde er in seiner Heimat zu Grabe getragen.

© gepaNeben Kitzbühel nahmen auch die Black Wings Linz (Bild) Abschied von Florian Janny, gestern wurde er in seiner Heimat zu Grabe getragen.



Von Benjamin Kiechl

Kitzbühel – Die Eishockey-Familie trauert. „Wir sind fest zusammengerückt. Irgendwie muss es ja weitergehen“, erklärte Volker Zeh mit ruhiger Stimme. Der Präsident des EC Adler Kitzbühel reiste gestern gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Winkler, der gesamten Mannschaft und dem Betreuerteam zum Begräbnis des bei einer Familientragödie getöteten Adler-Goalies Florian Janny. In St. Gotthard nahe Linz (OÖ) erwiesen die Cracks dem beliebten Spieler die letzte Ehre. Auch viele Weggefährten des HC Innsbruck, Wattens Penguins und des langjährigen Heimvereins von Janny, Black Wings Linz, waren beim Begräbnis anwesend. „Es waren bewegende Momente, als wir von Florian Abschied genommen haben. Wir haben auf tragische Weise einen wertvollen Spieler verloren“, erzählte Zeh stellvertretend für die Kitzbüheler Mannschaft, bevor es mit dem Bus zurück nach Tirol ging.

Die Rückkehr zur sportlichen Normalität fällt schwer und darum will man sich bei den Adlern bewusst Zeit lassen. Das Spiel gegen die Capitals am vergangenen Wochenende wurde abgesagt, morgen (19.30 Uhr/Sportpark Kitzbühel) wartet ein emotionales erstes Heimspiel nach der Tragödie. Bevor das Eröffnungsbully gegen Traditionsklub Jesenice (SLO) fällt, wird es eine Gedenkminute geben. Anstatt einer Pressekonferenz nach dem Spiel sei eine Traueransprache geplant. „Wir werden diese Saison für Florian spielen. Er hat uns eine Aufgabe gegeben“, sagte Zeh.

Für die Spieler der Adler seien die vergangenen Tage sehr schwierig gewesen. Ein Wechselbad der Gefühle. Vergangenen Mittwoch schickte Trainer Charles Franzen seine Spieler erstmals wieder aufs Eis. Gespräche sollen helfen, das Ereignis zu verarbeiten. Zeh: „Ein besonderer Dank gilt dem Kriseninterventionsteam, das unsere Spieler auf Deutsch und auf Englisch hervorragend betreut.“