Letztes Update am Mi, 23.10.2019 08:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Australien

Polizei als Spielverderber bei Tiroler Handbike-Weltrekord

Der Weltrekord-Versuch von drei Tiroler und einem oberösterreichischen Handbiker nahm 370 Kilomter vor Sydney ein unerwartetes Ende: Die Polizei stoppte das Quartett und untersagte die Weiterfahrt. Den Rekord haben die vier trotzdem aufgestellt.

Wolfgang Timischl (Bild) wollte mit seinem Team bis nach Sydney.

© TimischlWolfgang Timischl (Bild) wollte mit seinem Team bis nach Sydney.



Sydney – Mit dem Handbike wollten die Tiroler Wolfgang Timischl, Wolfgang Almer und Alexander Gritsch zusammen mit dem Oberösterreicher Michael Langer-Weninger quer durch Australien fahren und dabei 4000 Kilometer zurücklegen. Und das alles in nur sechs Tagen. Start war am 14. Oktober in Perth. Es schien alles wie am Schnürchen zu laufen, nach vier Tagen und 20 Stunden fehlten dem „Sports Life“-Team nur noch 370 Kilometer.

Als großer Spielverderber entpuppte sich dann aber die Polizei: Diese stoppte das Quartett in Wagga Wagga, 370 Kilometer von Sydney entfernt, und verbot die Weiterfahrt, da das Sicherheitsrisiko zu hoch gewesen sei und eine Erlaubnis fehlte.

„Fühlt sich an wie ein Trostpreis“

Die Enttäuschung bei den Sportlern war natürlich riesengroß: Auch wenn der Weltrekord von 3700 Kilometern anerkannt werden soll, fühlte es sich für die Handbiker und ihre Betreuer wie ein „Trostpreis“ an, wie sie auf ihrer Homepage schrieben. „Wir waren unglaublich gut in der Zeit, die Sportler waren in Höchstform, der Spirit im Team außerordentlich. Mit aller Wahrscheinlichkeit hätten wir den bestehenden Weltrekord um einen ganzen Tag unterboten“, hieß es in einer Stellungnahme.

Leider ließ die Polizei nicht mehr mit sich verhandeln, damit wurde die Aktion abgebrochen. Doch nach der Enttäuschung schauen die vier Handbiker zuversichtlich nach vorne: „Wir möchten diesen Weltrekord erhobenen Hauptes teilen, er ist unser Statement für den Behindertensport.“ (TT.com/m.l.)