Letztes Update am Di, 02.09.2014 19:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UPC Tirol Liga

Mit der Tiroler Liga erwacht das Leben im Fußball-Unterhaus

Das Tiroler Fußball-Unterhaus nimmt ab Freitag wieder den Meisterschaftsbetrieb auf. Und die UPC Tirol Liga ist mit 16 Teams das stolze Flaggschiff einer ganz großen Flotte.



Von Alex Gruber und Tobias Waidhofer

Innsbruck – König Fußball nimmt die Männer dieses Landes an den Wochenenden wieder in Beschlag. Horst Scherl, der Pressesprecher des Tiroler Fußballverbandes hatte gerufen, und 13 von 16 Klubs waren gestern zur erstmals einberufenen Pressekonferenz vor dem Auftakt in der UPC Tirol Liga gekommen. Die nimmermüden Amateure, egal ob Trainer oder Funktionäre, fühlten sich ein Stück weit wie Profis, das Ambiente war einfach weltmeisterlich.

L wie Lustvoll: Der Lustpunkt der Männer liegt am Rasen und zwischen zwei Toren. Oder um es frei in der Sprache von Kematen- und gleichzeitig UPC-Tirol-Liga-Obmann Arno Bucher zu sagen: „Ich zitiere TFV-Präsident Josef Geisler: Die UPC Tirol Liga ist das Aushängeschild des Tiroler Fußballs.“ Fortführend in Buchers O-Ton: „Die geilste Liga, in der man spielen kann.“ Von Reutte bis Kirchbichl erstreckt sich das Teilnehmerfeld. Reutte schickte gestern den Bankangestellten und Kapitän Andreas Schütz ins erlesene Feld. Nachdem Kitzbühel das Feld räumte, steht vielen Teams jetzt der weiteste und schwere Gang ins Außerfern ins Haus.

A wie Aufsteiger: „Zuerst akklimatisieren, dann positionieren“, heißt das Motto für Landesliga-Ost-Meister Jenbach, West-Champion Kematen sowie Relegationssieger Wattens II. „Wir wollen uns behaupten und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Der Sprung von der Landesliga ist ein großer“, führte Jenbach-Coach Roli Ortner mit einem Hauch von Understatement aus. Die von vielen als Geheimfavorit gehandelten Unterländer würden erst in der nächsten Saison im Zweijahresplan einen größeren Angriff planen.

„Wir wollen gleich Meister werden“, holte sich indes Kematen-Trainer Markus Schnellrieder die Lacher auf seine Seite, um mit fröhlichem Naturell auch betont ernst zu werden: „Wir haben von den ersten Partien gleich fünf auswärts. Wir müssen schauen, was wir da mitnehmen und werden eher auf Konter spielen.“ Wattens-Coach Martin Rinker will mit seiner jungen Truppe „Fuß fassen“, bezeichnet den Aufstieg als „logischen nächsten Schritt.“

F wie Favoriten: Sie müssen namentlich fallen. Neben Vizemeister Reichenau wird auch der SV Kirchbichl gerne genannt. „Unser Ziel ist ein Platz unter den ersten fünf. Wenn wir dort landen, war es eine erfolgreiche Saison. Aber wir wehren uns gegen einen zweiten oder ersten Platz sicher auch nicht“, sagt Kirchbichls sportlicher Leiter Demir Talet, der in allen Mannschaftsteilen Verstärkungen bekam. Die Vorjahrestabelle bringt auch Matrei und Imst mit ins Spiel.

L wie Local Heroes: Um gleich beim SV Matrei zu bleiben, der mit Johannes Kinzner (Wattens I) und Michael Knoflach (Schwaz) einmal mehr zwei Hochkaräter nach oben verloren hat. Ginge es nach Coach Gogo Saringer, müsse bei all den Wipptaler und Stubaitaler Talenten an der Schnittstelle in Schönberg ohnehin ein Landesausbildungszentrum zur Förderung stehen. Im eigenen Team baut er wieder auf Herz, System und Einstellung: „Und die soziale Anerkennung, die die Spieler durch den Fußball erfahren, macht sie auch stolz.“

S wie Sparstift: Die Union hat ihn gezückt, Kundl baute Personal ab, auch andernorts (z. B. Mötz/Silz) hängt das Geld nicht auf den Bäumen. Das bringt zwangsläufig den Nachwuchs ins Spiel, ganz nach dem Geschmack des Ligasponsors, der durch Kurt Plangger verteten war: „Diese Liga ist eine Plattform für Talente.“ Zeit für den Anpfiff.




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