Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.01.2015


Sport in Tirol

Tiroler Rennradler steht unter Dopingverdacht

Unerlaubte Leistungssteigerung: Bei einem Bewerb zur Österreichischen Meisterschaft geriet ein heimischer Rennradler in den Fokus.

© GepaRudolf Massak (l./Radsportverband) setzt sich auch im Amateurbereich für Dopingkontrollen ein.



Von Florian Madl

Innsbruck – Rudolf Massak, Generalsekretär des Österreichischen Radsportverbands, bestätigte gestern die „auffällige Probe“ eines Tirolers. Der Rennradler (Name der Redaktion bekannt) wurde im Rahmen der Österreichischen Berg-Meisterschaften positiv getestet und könnte nun demnächst die Gegenprobe verlangen. „Wenn er darauf verzichtet, wird er umgehend suspendiert“, erläutert Massak das Prozedere. Seitens der Österreichischen Antidopingagentur (NADA) war auf Anfrage keine Stellungnahme zu bekommen, auch der Sportler selbst war für die Tiroler Tageszeitung nicht erreichbar.

Abgegeben wurde die Probe bei einem lizenzierten Rennen, der Betroffene machte sich landesweit vornehmlich durch Erfolge bei nicht verbandsnahen Rennen einen Namen.

„Wir führten einige Schwerpunktkontrollen im Amateurbereich durch“, erklärte ÖRV-Generalsekretär Rudolf Massak das mit der Nationalen Antidopingagentur koordinierte Vorgehen, bei dem der Tiroler ins Netz gegangen sei. Verdachtsmomente in der Kategorie unterhalb der Profis seien immer wieder aufgekommen, das Preisgeld spiele dabei keine Rolle. „Manche Rennen sind sportlich nur unter Anführungszeichen relevant. Da geht es vielmehr darum, schneller als der Kollege zu sein und den eigenen Status zu festigen.“

Bei der Bekämpfung dieser Auswüchse würde Massak immer wieder aufmunternde Mails aus der Amateur-Radszene erhalten. „Das sind oft Leute, die sich über große Zeitrückstände wundern, obwohl sie selbst hart trainieren.“ Man würde den eingeschlagenen Weg (Schwerpunktkontrollen im Nachwuchs- und Mastersbereich) fortsetzen. „Das ist ein wichtiger Schritt, wie ich glaube“, erklärt Massak die Linie. Die Überführung des Tiroler Radlers hätte indes nur für lizenzierte, also für verbandsnahe Rennen eine Auswirkung. Massak: „Aus anderen Siegerlisten müsste man ihn nicht streichen.“