Letztes Update am Mi, 09.12.2015 11:45

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Boxen

Fury wurde der IBF-Titel aberkannt, Polizei ermittelt gegen den Briten

Da der Klitschko-Bezwinger nicht zum Retourkampf gegen den Ukrainer Glazkow antritt, ist er seinen Titel los.

Der Rückkampf zwischen Fury (l.) und Klitschko steigt Ende Oktober.

© ReutersDer Rückkampf zwischen Fury (l.) und Klitschko steigt Ende Oktober.



London – Dem neuen Schwergewichts-Weltmeister Tyson Fury ist der IBF-Titel aberkannt worden, weil er anstelle des obligatorischen IBF-Kampfs gegen einen Herausforderer einem Revanche-Kampf gegen Wladimir Klitschko zugestimmt hat. Der 27-jährige Brite hatte am 28. November mit seinem Sieg gegen den 39-jährigen Klitschko die Schwergewichtstitel der Verbände WBA, WBO und IBF gewonnen.

Der Verband IBF bestätigte nun gegenüber der BBC die Aberkennung seines IBF-Titels. „Unser Herausforderer für Fury war der 31-jährige Ukrainer Wjatscheslaw Glazkow, aber stattdessen unterschrieb er eine Klausel mit Klitschko zu einem Revanche-Kampf“, sagte eine IBF-Sprecherin.

Klitschko, der vor seiner Niederlage gegen Fury für elf Jahre Schwergewichts-Weltmeister gewesen war, bestätigte bereits vergangene Woche, dass er zum Revanche-Kampf antreten werde.

Polizei ermittelt

Die britische Polizei hat Ermittlungen gegen Fury wegen des Vorwurfs der Homophobie aufgenommen, wie die amerikanische Nachrichtenagentur AP am Mittwoch berichtete. Fury ist der Ansicht, Homosexualität müsse ebenso verboten werden wie Pädophilie. In Großbritannien hat der Schwergewichtsweltmeister damit einen Proteststurm ausgelöst.

Schon mehr als 100.000 Briten haben eine Petition unterzeichnet, der Boxer solle von der Wahl zum Sportler des Jahres bei der Rundfunkanstalt BBC ausgeschlossen werden. An der Spitze stehen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und Tennisprofi Andy Murray. Die BBC will Fury jedoch nicht von der Liste streichen.

Fury hat mehrfach mit seinen Äußerungen Entsetzen ausgelöst. Er geißelte beispielsweise Abtreibung und forderte eine Legalisierung von Doping im Sport, um ihn „fairer zu machen“. Er habe keine Lust, Vorbild für Kinder zu sein, meinte der 2,06 Meter große Boxer. Sein Verständnis zur Rolle der Frau in der Gesellschaft machte er deutlich, als er sich über die britische Siebenkampf-Olympiasiegerin Jessia Ennis-Hill ausließ: „Der beste Ort für eine Frau ist in der Küche und auf dem Rücken.“ (APA/Si/Reuters)