Letztes Update am Mi, 11.07.2018 22:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wimbledon

13:11 im fünften Satz: Anderson rang Federer nieder

Im Viertelfinale von Wimbledon war für Roger Federer überraschend Endstation. Der Schweizer musste sich Kevin Anderson in fünf Sätzen 6:2,7:6,5:7,4:6,11:13 geschlagen geben.

© ReutersNach einem vergebenen Matchball gab Roger Federer die Partie noch aus der Hand.



London — Mit gesenktem Kopf und einem kurzen Winken verabschiedete sich Roger Federer von der Wimbledon-Bühne. Der Top-Favorit hatte in einer packenden Partie die Chance auf seinen neunten Wimbledon-Titel vorerst vertan. Überraschend verpasste der Publikumsliebling am Mittwoch nach einem ausgelassenen Matchball und trotz einer 2:0-Satzführung den Einzug ins Halbfinale. Mit dem 6:2,7:6(5),5:7,4:6,11:13 endeten seine Hoffnungen, erneut im Endspiel des bedeutendsten Tennis-Turniers der Welt zu stehen.

Statt des Rekord-Grand-Slam-Siegers tritt nun der an acht gesetzte Anderson als erster Südafrikaner seit Kevin Curren 1983 in der Vorschlussrunde an. Am Freitag trifft der 32-Jährige auf den US-Amerikaner John Isner, der den Kanadier Milos Raonic ausschaltete (6:7(5),7:6(7),6:4,6:3). "Solche Matches sind sehr besonders. Hier Roger Federer zu schlagen, daran werde ich mich sicher immer erinnern", sagte Anderson.

Auch der wieder erstarkende Novak Djokovic spielt dann um einen Platz im Finale. In der Vorschlussrunde bezwang der Serbe den Japaner Kei Nishikori 6:3,3:6,6:2,6:2. Djokovic fordert nun den spanischen French-Open-Gewinner Rafael Nadal, der sich mit 7:5,6:7(7),4:6,6:4,6:4 gegen Juan Martin del Potro durchsetzte.

Matchball bei 5:4 im dritten Satz

Vorbei sind dagegen die Träume von Federer, am Sonntag zum neunten Mal auf dem berühmten Londoner Rasen zu triumphieren und mit der früheren Weltklassespielerin Martina Navratilova gleichzuziehen. Mit acht Titeln war Federer bei den Herren schon im Vorjahr zum alleinigen Rekordhalter aufgestiegen. Zu einem von vielen Fans erhofften Endspiel gegen seinen spanischen Dauerrivalen Rafael Nadal wird es nicht kommen.

Beim Stand von 11:11 im fünften Satz nutzte Anderson seine Break-Chance und servierte dann zum Matchgewinn aus.
- Reuters

Am Mittwoch trat der 20-fache Grand-Slam-Sieger erstmals seit drei Jahren in Wimbledon nicht auf dem Centre Court an. Auf dem ungewohnten Platz 1 erlaubte sich der Baseler schon im zweiten Satz eine Schwäche, machte ein 0:3 aber gegen den 32-Jährigen aus Johannesburg wett und lag mit zwei Sätzen vorn.

Beim 5:4 im dritten Durchgang hatte Federer die Chance, das Match zu seinen Gunsten zu entscheiden, doch seine Rückhand flog ins Aus. Erstmals seit seinem Halbfinal-Aus vor zwei Jahren gab der Schweizer bei seinem Lieblingsturnier anschließend wieder einen Satz ab.

Im fünften Satz wird in Wimbledon traditionell kein Tiebreak gespielt, so mussten die beiden Kontrahenten in die Verlängerung. Federer lag stets vorn, doch Anderson zog auch dank seiner insgesamt 28 Asse immer wieder nach. Bei 11:11 war es dann Federer, der als Erster patzte. Mit einem Doppelfehler und einer Vorhand ins Netz ermöglichte er Anderson, zum Matchgewinn aufzuschlagen. Nach 4:14 Stunden blieb dem Topgesetzten nichts anderes übrig, als seinem Gegner zu gratulieren. (dpa,TT.com)